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Markus Weinzierl vom FCA : Der bodenständige Abenteurer

29.04.2013 10:37 Uhrvon
Cool bleiben! Markus Weinzierl, allzeit entspannter Trainer des FC Augsburg.Bild vergrößern
Cool bleiben! Markus Weinzierl, allzeit entspannter Trainer des FC Augsburg. - Foto: dpa

Fußball-Bundesligist FC Augsburg feierte gegen den VfB Stuttgart den sechsten Sieg in der Rückrunde. Leise, aber bestimmt bringt Markus Weinzierl seine Mannschaft einem weiteren Jahr in der Bundesliga näher.

Wer Markus Weinzierl verstehen möchte, der sollte sich noch einmal die Zusammenfassung der Begegnung zwischen dem FC Augsburg und Borussia Dortmund ansehen. Drei Wochen ist es her, als die Mannschaft mit zwei Treffern kurz vor der Halbzeit plötzlich mit 2:1 in Führung lag. Zwei Tore innerhalb von zwei Minuten, als Abstiegskandidat, beim BVB. Die Augsburger Anhänger flippten schier aus, nur Weinzierl saß ruhig auf der Trainerbank. Kein einziger Muskel des 38-Jährigen zuckte. „Ich habe mich mehr leise gefreut“, sagte der Trainer, „weil ich davor mit unserem Spiel nicht so zufrieden war.“

Natürlich kann sich Weinzierl auch mal extrovertierter freuen wie beim 3:0-Sieg am Samstag gegen den VfB Stuttgart oder eine Woche zuvor beim 2:0 gegen Frankfurt, als er nach Abpfiff jeden Einzelnen seiner Profis herzte.

Aber „leise“ ist genauso wie „bodenständig“ ein gutes Stichwort, um diesen Mann zu charakterisieren, der den FC Augsburg nach einer katastrophalen Hinrunde doch noch zum Klassenerhalt führen will. Während die stilbildenden jungen Trainer der vergangenen Jahre wie Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel im Schnitt um etwa 130 Dezibel lauter sind, kommt Weinzierl eher unaufdringlich daher. Dafür hat er als jüngster Trainer der Bundesliga in dieser Saison gelernt, zumindest intern lauter zu werden.

Die Karriere des Spielers Markus Weinzierl war wesentlich unspektakulärer als sein noch junger Werdegang als Trainer. Bis 1999 spielte er bei den Amateuren des FC Bayern und gehörte zum Kader der Profis, zu einem Einsatz in der Bundesliga aber reichte es nie. Also ging der Mittelfeldspieler zu den Stuttgarter Kickers und später zur SpVgg Unterhaching und zu Jahn Regensburg. Im Jahr 2005 zwang ihn eine Knieverletzung, die Karriere aufzugeben. Also heuerte er bei Regensburg als Co-Trainer an und übernahm 2008 die Mannschaft in alleiniger Verantwortung. „Ich bin ins kalte Wasser gesprungen, geschwommen und nicht untergegangen“, sagte er einmal über diese Zeit. Bis heute hält er sich als prächtiger Schwimmer.

Jahn Regensburg führte er in die Zweite Liga, zu Beginn dieser Saison beerbte er Jos Luhukay als Cheftrainer in Augsburg. Das erste halbe Jahr war seine schwerste Zeit, der FC Augsburg holte in der Hinrunde nur einen Sieg und neun Punkte. Weinzierl hatte Glück, Augsburg steht ein geduldiger Präsident vor, der dem jungen Trainer zur Winterpause Weltmeister Stefan Reuter zur Seite stellte. Der neue Manager beendete schnell alle Diskussionen. Und auch Weinzierl reagierte: Er stellte die Mannschaft um, ließ offensiver spielen und griff hart durch. Als Torhüter Mo Amsif zum Start der Vorbereitung zu spät kam, verbannte er ihn vom Training. Vor der wichtigen Partie gegen Hoffenheim strich Weinzierl Stürmer Aristide Bancé, weil er sich beim Training verspätet hatte.

Nach nun 21 Punkten in 14 Spielen seit der Winterpause ist Markus Weinzierl von Jürgen Klopp schon als „Trainer der Rückrunde“ bezeichnet worden. Lauter wird er wegen der jüngsten Erfolge wohl trotzdem nicht werden. „Wir bleiben auf dem Boden und gehen geradlinig unseren Weg“, hat er kürzlich gesagt. Ein typischer Weinzierl-Satz. Es sollte aber trotz solcher Statements niemand glauben, dass sich da einer kleiner macht, als er ist. Markus Weinzierl hatte vor der Saison auch das Angebot, A-Jugendtrainer des FC Bayern zu werden. Er entschied sich für Augsburg und das Abenteuer Bundesliga.

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