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Mitgliederversammlung : Der 1. FC Union baut sein Stadion aus

Der 1. FC Union Berlin wächst immer weiter und teilt auf seiner Mitgliederversammlung mit, dass er in naher Zukunft sein Stadion vergrößern will.

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Freie Räume. Wie und wann die Alte Försterei genau ausgebaut werden soll, will Union erst im Frühjahr bekannt geben.
Freie Räume. Wie und wann die Alte Försterei genau ausgebaut werden soll, will Union erst im Frühjahr bekannt geben.Foto: imago sportfotodienst

Gestanden wird beim 1. FC Union immer. Auch an diesem Abend, dem Abend der jährlichen Mitgliederversammlung. Am Anfang erheben sich alle der knapp 800 Besucher zur Vereinshymne von ihren Plätzen, recken Schals werden in die Höhe, aus Lautsprechern und Mündern dröhnt „Eisern Union“. Dann setzen sich alle, aber Stehen bleibt ein zentrales Thema der Veranstaltung.

Zuerst einmal liest Präsident Dirk Zingler aber die Geschäftszahlen der abgelaufenen Saison vor. Und die sorgen für Beifall. Union hat sich in allen relevanten Bereichen verbessert. Mehr Umsatz (31,2Millionen Euro), mehr Gewinn (390 000 Euro), mehr Mitglieder (13828), mehr Zuschauer pro Spiel (21433), mehr Sponsoren (346). Für die laufende Spielzeit werden weitere Steigerungen vorausgesagt. Union ist ein prosperierendes Unternehmen.
Nur konsequent, dass der Verein nun den Ausbau des eigenen Stadions anstrebt. Und das, obwohl die Alte Försterei erst 2013 mit einer neuen Haupttribüne ausgestattet wurde. Rund 22 000 Plätze bietet das Stadion derzeit, die sind aktuell bei Heimspielen fast immer belegt. An Karten zu kommen ist nicht immer leicht, vor allem wenn Spitzenspiele wie zuletzt gegen Hannover oder Stuttgart anstehen. Wie die Baupläne im Detail aussehen könnten und wann der erste Spatenstich erfolgen soll, darüber will der Verein in den kommenden Wochen intern diskutieren und das Ergebnis dann „im Rahmen einer größeren Veranstaltung im März oder April präsentieren“, sagt Zingler.

DFL stellt Auflagen zu Sitzplätzen

Es geht also nur noch um das wie und wann. Dass gebaut wird, ist unumgänglich. Die Deutsche Fußball-Liga DFL hatte jüngst in ihren Statuten festgelegt, dass Bundesliga-Mannschaften ab dem 1.Juli 2017 mindestens über ein Sitzplatz-Kontingent von 8000 Sitzen verfügen müssen. Bei Zweitligisten sind es 4000. Der 1. FC Union kommt derzeit auf rund 3500 Sitzplätze. Diese geringe Anzahl war einst bewusst gewählt worden, Union versteht sich als Bewahrer der Stehplatzkultur, die einen Großteil zur Atmosphäre in der Alten Försterei beiträgt.

Das soll auch in Zukunft so bleiben, Zingler glaubt, dass der Ausbau nicht zu Lasten der Stimmung gehen wird. Aus dem Publikum kommen zu diesem Thema wenig Nachfragen, die Mitglieder scheinen dem Ausbau und der damit verbundenen Öffnung des Vereins positiv gegenüber zu stehen.

Noch ist das aber alles ein Stück weit weg, natürlich wird Union nicht bis zum 1. Juli 2017 fertig sein. „Wir spielen erst einmal mit einer Sondergenehmigung weiter. Das ist möglich. Wichtig ist, dass die DFL sieht, dass wir uns Gedanken machen und den Umbau vorantreiben“, sagt Zingler. Mitunter könne es laut Zingler auch noch „ein, zwei Jahre“ dauern, ehe die Bauarbeiten tatsächlich beginnen.

Sicher ist dagegen, dass Unions Fans nicht noch einmal selbst anpacken müssen, so wie bei den ersten Umbaumaßnahmen 2008, die dem Klub weltweite Aufmerksamkeit bescherten. Dafür ist der Verein inzwischen finanziell zu gut situiert. Oder wie Zingler es ausdrückt: „Union ist wirtschaftlich so stark wie noch nie in seiner Geschichte.“

Seitenhieb auf Hertha BSC

Sich nicht nur sportlich, sondern auch strukturell zu verbessern, ist Zinglers Ziel für die kommenden Jahre. Ein weiteres großes Projekt neben dem Stadionausbau ist die Errichtung eines Nachwuchsleistungszentrums am Bruno-Bürgel-Weg. Der Verein verfügt dort bereits über die nötige Fläche, möchte aber noch den angrenzenden Gewerbepark erwerben. Der befindet sich allerdings noch nicht in Besitz des Landes Berlin. „Sobald das der Fall ist, werden wir weitere Gespräche mit dem Land führen“, sagt Zingler.

Als erstes soll ein Internatsgebäude entstehen. Dann ein Amateurstadion mit 2000 bis 3000 Plätzen. Dort sollen die Jugendmannschaften und das Frauenteam spielen. Mit dem Land Berlin ist laut Zingler eine Kostenbeteiligung von 80:20 beschlossen. Das Land übernimmt 80 Prozent der Kosten, Union 20. Ein fester Termin für den Baubeginn steht wie im Fall der Stadionerweiterung noch nicht fest. „Dafür sind noch einige Details zu klären“, sagt Zingler. Einen Seitenhieb auf Hertha BSC konnte sich Unions Präsident im kleinen Kreis dann doch nicht verkneifen: „Wir wissen zwar nicht, wann wir bauen, aber zumindest wissen wir, wo wir bauen.“

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