Nationalelf in Südtirol : Unfall überschattet das WM-Trainingslager

Die Nationalmannschaft ist von dem Unfall im WM-Trainingslager tief betroffen. Bereits im Voraus war Kritik an der PR-Aktion laut geworden. Die Polizei sichtet nun Foto- und Videomaterial, um den Unfallhergang zu rekonstruieren.

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Benedikt Höwedes und Julian Draxler (im Bild) waren als Beifahrer mit in dem Mercedes.
Benedikt Höwedes und Julian Draxler (im Bild) waren als Beifahrer mit in dem Mercedes.Foto: dpa

Die Dame und die Herren trugen große Betretenheit in ihren Gesichtern, als sie am Mittwoch vor die Presse in St. Martin traten. Man stehe noch unter dem Eindruck der Ereignisse des Vortags, sagte Oliver Bierhoff. Am Tag nach dem tragischen Ausgang einer Werbeaktivität des Sponsors Mercedes-Benz und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft stellte sich der Manager der Nationalmannschaft sowie Claudia Merzbach (Mercedes) und der Polizeihauptkommissar Johann Ramoser vom zuständigen Polizeipräsidium der Öffentlichkeit.

„Wir sind tief betroffen, es tut uns allen sehr leid, was passiert ist“, sagte Merzbach in ihrer Rolle als Sprecherin der Sportkommunikation bei Mercedes-Benz. Bei einer Sponsoren-Aktion im Rahmen des WM-Trainingslagers der Fußball-Nationalmannschaft war es am Dienstag in der Berglandschaft des Südtiroler Passeiertals zu einem schweren Unfall gekommen. Der von DTM-Fahrer Pascal Wehrlein gesteuerte Wagen hatte auf einer eigens abgesperrten Bergstrecke zwei Personen erfasst. Die eine Person, ein Streckenposten aus der benachbarten Gemeinde, war anschließend ins Krankenhaus ins nahe gelegene Meran gebracht worden. Ein Tourist aus Thüringen musste dagegen schwerverletzt mit dem Rettungs-Hubschrauber ins etwa 50 Kilometer entfernte Bozen geflogen werden.

Wie sich die Nationalmannschaft auf die WM vorbereitet
Schon vor der Ankunft des DFB-Teams waren die Gemeinden St. Leonhard und St. Martin in gespannter Vorfreude. Elf Tage trainiert die deutsche Nationalmannschaft in Südtirol, um für die WM fit zu werden.Weitere Bilder anzeigen
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27.05.2014 12:37Schon vor der Ankunft des DFB-Teams waren die Gemeinden St. Leonhard und St. Martin in gespannter Vorfreude. Elf Tage trainiert...

Viele offene Fragen zum Unfallhergang

Der 63-Jährige war von einem 360 PS starken Mercedes, den der 19-jährge Wehrlein gesteuert hatte und in dem der Schalker Nationalspieler Benedikt Höwedes als Beifahrer saß, auf einer kurvigen Strecke erfasst worden. Wehrlein war mit seinem Auto dicht hinter Formel-1-Pilot Nico Rosberg gefahren und offenbar bei einem Ausweichmanöver von der Straße abgekommen.

Beiden Patienten gehe es den Umständen entsprechend, nähere Auskünfte könne er nicht erteilen, sagte Hauptkommissar Ramoser. Auch alle anderen Fragen, wie etwa die zum Unfallhergang, könne er mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht beantworten. „Über die Situation der Patienten kann nur die behandelnde Ärzteschaft etwas sagen. Und die Ergebnisse unserer Ermittlungen gehen dann an die zuständige Staatsanwaltschaft Bozen“, sagte Ramoser. Wann damit zu rechnen ist, könne er ebenfalls nicht voraussagen.

Oliver Bierhoff hatte noch am Abend zusammen mit den beiden Berufs-Rennfahrern beide verletzte Unfallopfer in den jeweiligen Krankenhäusern besucht. Der erste Besuch bei dem Streckposten sei „gut“ gewesen, mit ihm habe man sich unterhalten können. Sein Gesundheitszustand sei nicht „schwerwiegend“, wie sich Bierhoff vorsichtig ausdrückte. Bei der Frau des schwerverletzten Urlaubers sei es dagegen „schwieriger“ gewesen. Man habe seiner Frau aber „jedwede Hilfe und Unterstützung zugesichert“. Claudia Merzbach sagte im Namen von Mercedes: „Sie können sicher sein, dass wir keinen allein lassen.“

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