Neue Enthüllungen zu Korruption bei der Fifa : Ein Picasso für Platini?

Bestechungsgelder in Millionenhöhe an Fifa-Mitglieder - und ein teures Geschenk für Uefa-Präsident Michel Platini: Die "Sunday Times" veröffentlicht neue Anschuldigungen um Korruption und Bestechung um die WM-Vergaben 2018 und 2022. Dabei soll sich der englische Fußballverband sogar an einen Geheimdienst gewendet haben...

Beschuldigt: Auch Uefa-Präsident Michel Platini steht im Fokus der neuen Enthüllungen.
Beschuldigt: Auch Uefa-Präsident Michel Platini steht im Fokus der neuen Enthüllungen.Foto: imago

Die englische Zeitung „The Sunday Times“ hat neue Anschuldigungen und Enthüllungen im Skandal um die WM-Vergaben 2018 und 2022 an Russland und Katar veröffentlicht. So soll der englische Verband FA mit Hilfe externer Spezialisten die konkurrierenden Bewerber ausspioniert haben. Auf diese Art und Weise habe man „Informationen sammeln“ wollen, räumte die FA nach Angaben der BBC ein. In dem mehrseitigen Bericht der gewöhnlich sehr gut informierten „Sunday Times“ werden zahlreiche konkrete Korruptionsversuche durch Russland und Katar aufgeführt, allerdings nicht durch Beweise belegt.

„Wir hatten Erkenntnisse, dass Staaten Bestechungsgelder an Fifa-Mitglieder gezahlt haben“, sagte eine ehemalige Geheimdienst-Quelle dem Blatt zufolge. Die neuesten Anschuldigungen reichten laut „Sunday Times“ von millionenschweren Zahlungen an verschuldete Landesverbände bis hin zu politischem Druck auf Mitglieder des Exekutivkomitees des Fußball-Weltverbandes Fifa. England hatte sich um die Weltmeisterschaft 2018 beworben und war bereits im ersten Wahlgang klar gescheitert.

Fifa lehnt Stellungnahme ab

Doch die Anschuldigungen gehen noch weiter: So sollen russische Offizielle Uefa-Präsident Michel Platini ein Picasso-Gemälde geschenkt haben - um die Stimme des Franzosen für die russische WM-Bewerbung 2018 zu bekommen. Zuletzt hatte die Fifa-Ethikkommission Russland und Katar von Bestechungsvorwürfen freigesprochen. Allerdings dauern die Untersuchungen an. Auch gegen einzelne aktuelle und ehemalige Fifa-Funktionäre wird ermittelt. Die Bewerbungskomitees von Russland und Katar weisen jedes Fehlverhalten von sich.

„Sämtliche Angelegenheiten in Bezug auf die 2018/2022-Untersuchung werden ausschließlich von der Untersuchungskammer der unabhängigen Fifa-Ethikkommission abgewickelt“, sagte Fifa-Sprecherin Delia Fischer am Sonntag. „Daher sind wir nicht in der Lage, zu laufenden Verfahren, Namen oder anderen Informationen Stellung zu nehmen, die in den Medien kursieren.“ Dies gelte „insbesondere, da wir nicht wissen, gegen welche Einzelpersonen Untersuchungen im Gange sind und aus welchen Gründen.“ Die Fifa gebe daher keine weiteren Kommentare ab. Erst kurz zuvor hatte die Fifa-Informantin Bonita Mersiades angekündigt, vor dem EU-Parlament aussagen zu wollen. (dpa)

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