• Zitty
  • Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Berlin 030
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Neuer Bayern-Trainer : Josep Guardiola und die Feminisierung des Fußballs

22.01.2013 11:30 UhrVon Wolfram Eilenberger
Der 41-jährige Spanier hat bei den Bayern einen Vertrag bis 2016 unterschrieben. Foto: afpBilder
Der 41-jährige Spanier hat bei den Bayern einen Vertrag bis 2016 unterschrieben. - Foto: afp

Wolfram Eilenberger, Chefredakteur des Philosophie Magazins, erklärt in seinem Gastbeitrag, was der Transfer von Trainer Josep Guardiola zum FC Bayern tatsächlich bedeutet.

Wen will es erstaunen, dass sich an den nahenden Wechsel Josep Guardiolas auf die Trainerbank von Bayern München höchste Hoffnungen knüpfen? Schließlich war der FC Barcelona unter seiner Regentschaft die global dominierende Mannschaft der vergangenen Jahre. Und schließlich wissen wir alle ganz genau, was für ein wahnsinnig toller Trainer und vor allem Mensch dieser Pep doch ist: ein geborener Spielerversteher, ultimativ empathisch, taktisch genial, auf nachhaltige Jugendförderung setzend, stets bescheiden, intuitiv, edel und gut, ein asketischer Poet, kein bisschen eitel – kurz: eines der vollkommensten Wesen der Welt, gleich nach dem Dalai Lama, mit dem er karmisch gesehen zweifellos mehr als nur die blank polierte Glatze gemein hat.

In solch einem Klima messianischer Naherwartung muss jedes kritische Wort den Verdacht effektheischenden Nörgelns auf sich ziehen. Dennoch soll an dieser Stelle die Frage gestellt werden, wofür Guardiola als Trainer des FC Barcelona spielkulturell eigentlich stand, zumal es auf diese Frage eine ganz einfache und jedem augenfällige Antwort gibt: Guardiola steht für die konsequente Feminisierung des Fußballs.

Sein komplexes, übungsintensives Spielideal reinigte das Feld von geschlechtstheoretisch klassisch „männlichen“ Attributen wie Physis, Aggressivität, Egoismus und Rang und ersetzte sie extrem erfolgreich durch klassisch „weiblich“ codierte Leitwerte wie Kommunikation, Kollektivität und Kreativität. Beispielhaft verkörpert wurde sein Ideal folgerichtig von drei Spielern, deren leibliche Anmutung als eher androgyn zu bezeichnen bleibt: Xavi, Iniesta und Messi.

Mit genialer Unterstützung seiner drei Galionsfigürchen perfektionierte Guardiola eine Spielweise, die auf permanenten Ballbesitz und vor allem Ballkontrolle abzielt, sich durch extrem hohe Kurzpassintensität sowie im Gelingensfall durch systemisch garantierte Kreativität auszeichnet. Guardiolas Vision folgend, bedarf schöner Fußball keiner Pässe von mehr als 15 Metern Länge, keiner Torschüsse oder Freistöße aus mehr als 20 Metern, keiner hohen Flanken und damit auch keiner Kopfballtore – folglich auch keiner körperlich starken Stürmer.

Folgen Sie unserer Sportredaktion auf Twitter:

Kit Holden:
Jörg Leopold:


Claus Vetter:


Termine, Ticker, Tabellen

WM 2014 Spielplan als PDF zum Herunterladen und Ausdrucken

  • Alle Gruppen, Spiele und Anstoßzeiten im Überblick - mit dem kostenlosen
    WM 2014 Spielplan

Tagesspiegel twittert

Umfrage

Bayern München gegen Real Madrid im Halbfinale der Champions League. Wer kommt weiter?

Empfehlungen bei Facebook

Service

Weitere Themen

Tagesspiegel-Partner

  • Premium Karrieredienst

    10.000 Headhunter suchen Sie für Jobs ab 60.000 €. Jetzt bei EXPERTEER anmelden & neuen Job finden!
  • Wohnen in Berlin

    Gewerbe- oder Wohnimmobilien: Große Auswahl an Immobilien beim großen Immobilienportal.

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz