Sport : Neuer Name, altes Glück

Patrick Makau Musyoki hat sich umbenannt – und die 25 Kilometer gewonnen

Katrin Schulze

Berlin - Die Verantwortlichen der traditionellen 25 Kilometer von Berlin waren erleichtert, als der Führende gestern vor dem Ziel im Berliner Olympiastadion die richtige Richtung einschlug. Noch vor einem Jahr lief Patrick Makau Musyoki auf der blau-weißen Tartanbahn ein Stück in die falsche Richtung und hätte somit fast seinen Sieg verschenkt. Dieses Mal hätte sich der Kenianer eine zusätzliche 400-Meter-Runde leisten können, denn bereits bei Kilometer 18 setzte er sich deutlich von seinen letzten Konkurrenten ab. „Auf den ersten Kilometern war das Rennen relativ einfach für mich“, sagte der 22- Jährige anschließend. Seine zumeist kenianischen Rivalen ließ er dies spüren, indem er nach und nach einen nach dem anderen abschüttelte.

Kurz nach dem Start lief Makau Musyoki zunächst in einer zwölfköpfigen Spitzengruppe, die nach zehn Kilometern in Höhe des Brandenburger Tors auf sieben Läufer schrumpfte. In der Tiergartenstraße konnten dem Tempo des Kenianers immerhin noch zwei Läufer folgen. Als der Kenianer sich dann in der Neuen Kantstraße ein letztes Mal umblickte, erkannte er nur noch die Konturen der hinter ihm liegenden Athleten. So musste er schließlich einen großen Teil des Rennens bei hohen Temperaturen allein bestreiten. Dies trug auch dazu bei, dass Makau Musyoki in 1:14:23 zwar eine neue Jahresweltbestleistung lief, den anvisierten Strecken- und somit auch Weltrekord jedoch verfehlte. Vor drei Jahren hatte den auf dieser Distanz am gleichen Ort Paul Kosgei aufgestellt (1:12:45).

Der für die Spitzenläufer zuständige Christoph Kopp hatte schon im Vorfeld Bedenken, ob der Kenianer die Bestzeit seines Landsmanns erreichen kann. „Ich hoffe, dass er trotz des relativ großen Wettkampfpensums der letzten Zeit noch genügend Kraft hat, um in den Bereich des Weltrekords zu kommen“, sagte Kopp. Bevor Makau Musyoki vor zwei Wochen für Tempo beim London-Marathon sorgte, hatte er am 1. April bereits den Berliner Halbmarathon in einer Weltklassezeit gewonnen (58:56). Für ihn sind viele Rennen in einer Saison aber kein Hindernis für Rekorde. Er könne seine Form konstant über die Saison halten, schließlich sei er noch jung. „Außerdem werde ich so berühmter“, fügte der 22-Jährige lächelnd hinzu.

Wenn der junge Kenianer Sätze wie diesen äußert, merkt man ihm seine Reife, die er in seinen Rennen offenbart, nicht an. Vielmehr wirkt er schüchtern und unerfahren. Früher meldete er sich beispielsweise zu Läufen mal unter dem Nachnamen Makau, dann wieder unter Musyoki an. Gestern erschienen in der Siegerliste – wie von ihm gewünscht – beide Namen vor denen von William Kiplagat (1:15:24) und Matthew Koech (1:15:47). Zukünftig will er das so beibehalten.

Dies gilt insbesondere auch für seine Auftritte im kommenden Jahr in Berlin. „Ich werde wieder den Halbmarathon und die 25 Kilometer laufen“, sagte der Sieger voller Zuversicht. „Berlin ist eine wunderschöne Stadt mit einer hervorragenden Laufkulisse.“ Für den Berlin-Marathon fühlt er sich aber momentan noch zu jung. Erst in vier Jahren will er versuchen, dort die Bestzeit seines Idols Paul Tergat zu brechen.

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