Update

Neuzugang beim 1. FC Union : Sebastian Polter kehrt nach Köpenick zurück

Im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg rüstet Union noch einmal nach und verpflichtet einen alten Bekannten: Sebastian Polter. Dafür verlässt ein anderer Angreifer die Berliner.

von
Back in Köpenick. Sebastian Polter wechselt von den Queens Park Rangers zum 1. FC Union.
Back in Köpenick. Sebastian Polter wechselt von den Queens Park Rangers zum 1. FC Union.Foto: imago

Der zweite Tag im Trainingslager des 1. FC Union in Südspanien hätte kaum spektakulärer verlaufen können. Am durchwachsenen Wetter lag es nicht. Im Gegensatz zum Anreisetag mussten Spieler und Trainer auf die wärmende Sonne verzichten. Aber sowohl den Fans vor Ort als auch denen in der Heimat wurden große Nachrichten präsentiert.

Die Berliner tätigten in Oliva Nova gleich zwei Transfers. Schon vor dem Vormittagstraining wurde Angreifer Sören Brandy verabschiedet. Er wechselt mit sofortiger Wirkung zum Ligakonkurrenten Arminia Bielefeld. Und während die von Spielformen geprägte Einheit noch lief, twitterte der Zweitligist die Verpflichtung von Sebastian Polter. In den Sozialen Netzwerken gab es unter Union-Fans kein anderes Thema.

Brandy hatte schon in der Nacht zum Dienstag in seinem Hotelzimmer einen kleinen Ausstand gegeben. Seit dem Wochenende waren die Vertragsverhandlungen mit Bielefeld intensiviert worden. Am Sonntag löste Brandy seinen noch bis zum Sommer laufenden Vertrag mit Union auf. Weil die Unterschrift von Bielefeld aber noch fehlte, reiste er am Montag dennoch mit nach Spanien. Am Dienstagvormittag kam dann auch die Unterschrift mit Bielefeld zustande. „Bei Union hatte ich nicht mehr die Riesenperspektive, auch über den Sommer hinaus“, sagte Brandy nach dreieinhalb Jahren in Berlin. „Die Arminia wollte mich schon in der Jugend drei, vier Mal verpflichten. Als ich 2013 zu Union gegangen bin ebenfalls. Jetzt hat es einfach gepasst.“

Union zahlt für Polter die Rekordablösesumme von 1,6 Millionen Euro

Für Union hat Brandy in 87 Zweitligaspielen 18 Tore erzielt. Er ist sich sicher, dass in Bielefeld trotz der Abstiegsgefahr auch in den nächsten Jahren noch einige Treffer hinzukommen. Brandys Vertrag gilt jedoch auch für die 3. Liga. Sebastian Polter als Ersatz für Brandy zu bezeichnen, wäre wohl zu wenig. Der 31 Jahre alte Brandy war in dieser Saison nach Knieproblemen kein Stammspieler mehr. Der sechs Jahre jüngere Polter hingegen dürfte sofort eine Leitwolfrolle im Sturmzentrum übernehmen.

In der Saison 2014/15 hatte er sich diese schon einmal in Köpenick erarbeitet. In nur zehn Monaten eroberte er die Herzen der Fans im Sturm. Er schoss als Leihgabe von Mainz 05 14 Treffer. Zudem sammelte er viele Pluspunkte, weil er ein Star zum Anfassen war. Der Kontakt nach Köpenick blieb auch nach seinem Wechsel zum englischen Zweitligisten Queens Park Rangers erhalten. „Es war unglaublich, wie viele Unioner nach London gekommen sind, um mich spielen zu sehen. Jetzt an die Alte Försterei zurückzugehen, fühlt sich wie eine Heimkehr an, obwohl ich nur knapp ein Jahr hier gespielt habe.“

In London kam Polter, der am heutigen Abend in Oliva Nova eintreffen soll, unter Trainer Ian Holloway nicht mehr so zum Zuge. Dennoch soll Union für Polter eine neue Rekord-Ablöse in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro hingelegt haben. Die bisherige Bestmarke hielt der Schwede Simon Hedlund, für den im August rund 850 000 Euro bezahlt wurden. Polter ist sicher kein Schnäppchen, auch weil sein Vertrag bis 2020 läuft. Pro Saison dürfte da etwa eine Million Euro Gehalt fällig werden. Sollte Union mit Polter der Aufstieg gelingen, lohnt sich die Investition aber für alle Beteiligten.

» Mehr lesen? Jetzt gratis Tagesspiegel testen!

Autor

2 Kommentare

Neuester Kommentar