Sport : Nordische Ski-WM in Lahti: Lieblingsschüler des Altmeisters

LuRa

Er ist Hermann Weinbuchs liebster Weltmeister. "Ich bin ein echter Fan von ihm", hatte der Trainer der Nordischen Kombinierer schon vor der WM in Lahti über den Jüngsten im Team gesagt. "Eigentlich war der Hermann sportlich mein Vorbild", sagt Marko Baacke. Die beiden passen gut zusammen, denn sie stehen für Ende und Neubeginn der Zweikämpferszene in Deutschland. Weinbuch, mittlerweile 40 Jahre alt, war 1985 in Seefeld der letzte Einzelchampion des Deutschen Skiverbandes. 16 Jahre später gewann der 21-jährige Thüringer Baacke in Lahti die Nordische Kombination vor dem Finnen Samppa Lajunen und seinem Teamkollegen Ronny Ackermann.

"Alles nach Plan gelaufen." Auch wenn Weinbuchs erste Reaktion wie eine Floskel klang, steckt doch Wahrheit darin. Baacke ist nicht nur "ein Junge, der frech drauflos stürmt und den ich immer wieder zurück holen muss, sonst würde er über das Ziel hinausschießen", er ist auch der Erste, der nach der Weinbuchschen Konzept hochgekommen ist. Mit einem Rahmentrainingsplan vom D/C-Kader hinauf bis ins Weltcupteam wurde in Zusammenarbeit mit den Trainern in den Stützpunkten Oberhof, Oberwiesenthal und Kempten ein System konstruiert mit der "Tendenz Richtung Weltspitze".

"So ein Gefühl habe ich noch nie gehabt, der Kopf war richtig leer. Und hinterher habe ich geheult." Das verwundert nicht. Denn Marko Baacke hat nicht die lange Ochsentour hinter sich. Schon als Junior lief er 4000 Kilometer im Jahr. Das hohe Niveau brachte Baacke zwei WM-Silbermedaillen als Junior und stärkte bei Weinbuch die Zuversicht über seine Planung. "Er versucht, bei jedem Training die Größeren und Älteren herauszufordern. Dabei hat er noch viel Spaß und Lebensfreude". Das möchte der Trainer pflegen und auch die Zielstrebigkeit seines Lieblingsschülers fördern. "Der Ronny ist ein bisschen der Chef, weil er der Größte und Älteste ist", sagt Baacke über Ackermann, den eigentlichen Riegenführer der Deutschen. Mit ihm und Baacke hat Weinbuch jetzt zwei Typen, die produktive Reize setzen können. Gegeneinander, innerhalb der Mannschaft und gegen die internationale Konkurrenz.

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