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Nur zwei Tage Pause zwischen Europa League und DFB-Pokal : Hertha BSC hält Terminierung für schlechten Witz

Hertha BSC soll samstags im DFB-Pokal in Regensburg antreten - nur zwei Tage nach den Play-offs für den Europa-Cup. Der DFB prüft jetzt, ob das Spiel verlegt werden kann.

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Auch Trainer Pal Dardai war überrascht von der Ansetzung.
Auch Trainer Pal Dardai war überrascht von der Ansetzung.Foto: dpa

Unter den Fans von Hertha BSC gibt es eine nicht zu vernachlässigende Fraktion, die der Meinung ist, dass ihr Verein vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verlässlich benachteiligt wird. Jede zweifelhafte Elfmeterentscheidung gegen Hertha, jeder strittige Einwurf wird als Beleg für die große Anti-Hertha-Verschwörung aus dem Frankfurter Stadtwald gedeutet. Die Älteren erinnern dann an das DFB-Pokalspiel gegen Schalke 04 aus der Saison 1971/72, das die Berliner am Grünen Tisch verloren; die Jüngeren an die Relegation gegen Fortuna Düsseldorf vor vier Jahren, die erst in der Verlängerung vor dem DFB-Sportgericht endgültig zu Ungunsten Herthas entschieden wurde. Am Donnerstag dürften sich die Verschwörungstheoretiker mal wieder bestätigt gefühlt haben. Als sie nämlich erfahren haben, wann der Berliner Bundesligist sein Erstrundenspiel im DFB-Pokal bestreiten muss.

Herthas Profis hatten gerade ihre Vormittagseinheit auf dem Schenckendorffplatz begonnen, als der DFB die zeitgenauen Ansetzungen bekannt gab. Die Begegnung zwischen Eintracht Trier und Borussia Dortmund ist das Spiel, das am Montagabend im Free-TV zu sehen sein wird. Auch Herthas Partie beim Drittligaaufsteiger Jahn Regensburg wurde offensichtlich als nicht allzu unattraktiv eingestuft. Sie ist die einzige, die am späten Samstagabend, dem 20. August, ausgetragen werden soll, Anstoß: 20.45. So weit, so – schlecht. Denn wenn für die Berliner alles gut läuft, werden sie noch am Donnerstagabend im Einsatz gewesen sein, im Play-off-Hinspiel zur Europa-League-Gruppenphase.

Hertha BSC hat bereits beim DFB interveniert

„Das ist ein Witz, oder?“, sagte Rainer Widmayer, der Assistent von Herthas Cheftrainer Pal Dardai, als er nach der Trainingseinheit von der Ansetzung erfuhr. In der Geschäftsführung des Klubs fiel die Reaktion ähnlich aus. Sie geht sogar davon aus, dass die Terminierung noch geändert werden muss und hat bereits beim DFB interveniert. In der Tat ist die Ansetzung seltsam. Vor einem Jahr musste Borussia Dortmund in der Qualifikation zur Europa League donnerstags gegen den Wolfsberger AC ran – und bestritt am Sonntagnachmittag das DFB-Pokalspiel beim Chemnitzer FC. Entweder der Deutsche Fußball-Bund glaubt nicht, dass Hertha die dritte Europa-League- Qualifikationsrunde (28. Juli und 4.August) übersteht, die an diesem Freitag ausgelost wird, oder er hat – was wahrscheinlicher erscheint – einfach einen Fehler gemacht. Offenbar hatten sie beim DFB nicht auf dem Schirm, dass Hertha kurz vor der ersten Hauptrunde noch im Europapokal spielen könnte. Dafür spricht auch, dass der Verband dem Tagesspiegel am Donnerstagnachmittag bestätigte, dass die Spielplaner nun noch einmal mögliche Optionen prüften, die Begegnung zu verlegen. In Frage käme Sonntag, der 21. August, um 18.30 Uhr. Der FSV Frankfurt (gegen den VfL Wolfsburg) soll offensichtlich mit Jahn Regensburg den Termin tauschen.

Umso überraschender war es daher, wie gelassen Trainer Dardai auf die Nachricht reagierte. „Es lohnt sich nicht, sich darüber zu ärgern“, sagte er. „Alles, was negativ ist, brauchen wir nicht.“ Wenn man in der Europa League vertreten sei, so Dardai, komme es eben zweimal pro Jahr vor, dass man nur zwei Tage Pause habe. Das stimmt – einerseits.

Andererseits stimmt es auch nicht. Wenn mehr als drei deutsche Klubs in der Europa League spielen, ist es in der Tat so, dass nicht alle am Sonntag antreten können und deshalb schon samstags ran müssen. In den Play-offs ist aus der Bundesliga allerdings nur Hertha vertreten. Es gibt also keine Notwendigkeit, die Mannschaft schon wieder am Samstag in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals spielen zu lassen, die zu acht verschiedenen Uhrzeiten zwischen Freitag und Montag ausgetragen wird; schließlich könnte es ja sein, dass sie am Donnerstagabend, sagen wir, beim FK Qäbälä in Aserbaidschan im Einsatz waren. „Es ist nicht einfach, aber machbar“, sagt Pal Dardai. „Wir werden’s überleben.“

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