Olympische Spiele 2024 in Berlin : Sagt Oslo Nein, sagt Berlin vielleicht Ja

Wenn sich Oslo gegen eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2022 entscheidet, könnte das zu einem Umdenken beim IOC führen - und somit die Chancen einer deutschen Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 erhöhen.

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Wird hier bald olympisch gesprungen? Die Holmenkollen Skisprung Arena in Oslo.
Wird hier bald olympisch gesprungen? Die Holmenkollen Skisprung Arena in Oslo.Foto: dpa

In Oslo entscheiden sich gerade die Chancen der Berliner Olympiabewerbung. Oder der Hamburger. Denn Oslo hat sich zwar gemeinsam mit Almaty und Peking beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für die Ausrichtung der Winterspiele 2022 beworben. Doch die Norweger könnten sich noch zurückziehen, Ende Oktober entscheidet das norwegische Parlament darüber. Die Stimmung in der Bevölkerung wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Am Dienstag hat eine Umfrage der Zeitung „Dagbladet“ erstmals eine Mehrheit von 53 Prozent ergeben, die für eine verbilligte Version der Spiele stimmt. Das ist eine schlechte Nachricht für Berlin. Oder Hamburg.

Berlin und Hamburg müssen auf ein „Nein“ und einen Rückzug der Norweger hoffen. Das ergibt sich aus der gescheiterten Münchner Bewerbung, bei der die Bürger auf ihrem Stimmzettel nicht dem nachhaltigen und preiswerten Münchner Konzept eine Watschn erteilt haben, sondern dem mächtigen IOC, seinem Gigantismus und seinen Methoden wie Steuerbefreiung im Veranstalterland. Berliner und Hamburger dürften es genauso sehen, wenn sie nach einer Bewerbung für die Spiele 2024 befragt werden sollten.

Doch nun könnte sich mit Oslo nach St. Moritz, Krakau, Stockholm, Lemberg und München auch die letzte Demokratie aus dem Wettbieten um die Winterspiele 2022 verabschieden. Das IOC hätte nur noch die Wahl aus einem autoritären Regime in Kasachstan oder einem autoritären Regime in China. Sowie aus zwei Orten, die als Wintersportstandort noch überhaupt nicht aufgefallen sind. Das müsste eigentlich das IOC in eine Krise stürzen, an deren Ende ein Umdenken und eine Neuausrichtung stehen kann. Und das wäre dann der Grund, warum ein „Nein“ in Oslo am Ende ein „Ja“ in Berlin auslösen kann. Oder in Hamburg.

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