Ottmar Hitzfeld im Interview : "Das ist der Clasico der Neuzeit"

Ottmar Hitzfeld gewann als Trainer mit Dortmund und den Bayern die Champions League. Im Interview mit dem Tagesspiegel spricht er über neue Machtverhältnisse im europäischen Fußball und über seine Sympathien für seine beiden ehemaligen Klubs.

Lars Becker
Das war sein zweiter Streich: Ottmar Hitzfeld nach dem Triumph mit den Bayern gegen Valencia.
Das war sein zweiter Streich: Ottmar Hitzfeld nach dem Triumph mit den Bayern gegen Valencia.Foto: dpa

Herr Hitzfeld, Borussia Dortmund und Bayern München stehen im Finale der Champions League. Die Bayern siegten 7:0 in zwei Spielen gegen Barcelona. Hätten Sie das für möglich gehalten?
Das ist eine gewaltige Explosion im internationalen Fußball. Es spricht für sich, wenn man 3:0 im ausverkauften Camp Nou gewinnt, bei der zuletzt besten Mannschaft der Welt. Wir haben in diesen Spielen eine Wachablösung im internationalen Fußball gesehen. Barça hat die letzten Jahre dominiert. Aber sie haben sich müde gespielt, und wohl auch den Hunger verloren. Jetzt etabliert sich Bayern als Topmannschaft Nummer eins in Europa.

Woran machen Sie das fest?
Bayern steht jetzt zum dritten Mal in vier Jahren im Champions-League-Finale. Sie können sich einen Transfer von 30, 40 oder 50 Millionen leisten. Ich sehe die Bayern als Favoriten für die nächsten Jahre. Sie haben eine hervorragende Mannschaft, einen hervorragenden Kader. Und er wird mit Götze und Guardiola ja noch einmal verstärkt.

Deutsche Fußball-Duelle im Europapokal
Letztens, im Norden: Hamburgs Torwart und Ex-Bremer Frank Rost im Zweikampf mit Werders Claudio Pizarro. Hamburgs Verteidiger Joris Mathijsen schaut staunend zu. Im Halbfinale der Europa League 2008/09, früher bekannt als Uefa Cup, gewann der SV Werder Bremen dank der auswärts mehr erzielten Tore gegen HSV. Das Nordderby war das bislang letzte Aufeinandertreffen zweier deutscher Teams im Europapokal.Weitere Bilder anzeigen
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03.05.2013 14:43Letztens, im Norden: Hamburgs Torwart und Ex-Bremer Frank Rost im Zweikampf mit Werders Claudio Pizarro. Hamburgs Verteidiger...

Aber für den neuen Trainer Josep Guardiola wird es nicht so einfach, wenn Bayern dieses Jahr alle drei Titel abräumt.
Natürlich ist das nicht so einfach. Auf der anderen Seite spricht das für die Qualität des Vereins. Guardiola übernimmt einen Verein, der intakt ist und grandiose Perspektiven hat. Und die Mannschaft umkrempeln muss er nicht, er muss nur die äußerst erfolgreiche Arbeit von Jupp Heynckes fortführen.

Können Sie sich vorstellen, dass Jupp Heynckes zum FC Barcelona wechselt?
Mit den Erfolgen dieser Saison und nach dem Auftritt in Barcelona kann sich Jupp Heynckes die Vereine in ganz Europa wahrscheinlich aussuchen. Barça hatte null Chancen, das ist das Werk von Jupp Heynckes. Natürlich macht ihn das speziell für sie interessant. Ich habe allerdings keine Ahnung, was er will.

Lesen Sie auf der nächsten, wen Ottmar Hitzfeld im Finale favorisiert und warum.

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