Sport : Pesic und das Projekt

Bayern Münchens Basketballer wollen als Manager einen Spieleragenten, der viele Nationalspieler berät

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Gut vernetzt. Marko Pesic war Nationalspieler und Profi bei Alba Berlin.Foto: p-a/dpa
Gut vernetzt. Marko Pesic war Nationalspieler und Profi bei Alba Berlin.Foto: p-a/dpaFoto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Berlin - Eines muss man dem FC Bayern München lassen: Es gibt wohl keinen anderen Sportverein in Deutschland, der es schafft, die überregionalen Schlagzeilen in gleich zwei Sportarten zu beherrschen. Während im Fußball alles über den möglichen Wechsel von Manuel Neuer von Schalke 04 zu den Bayern spricht, ist im Basketball das Thema um Dirk Bauermanns Doppelfunktion als National- und Bayern-Trainer beherrschend. Nun kommt das Thema Sportdirektor hinzu. Denn der Bundesliga-Aufsteiger ist an einer Verpflichtung von Marko Pesic interessiert. „Es gab Gespräche“, bestätigten sowohl der Spielerberater als auch der Verein dem Tagesspiegel.

Nach der Verpflichtung zahlreicher Nationalspieler sowie des deutschen Auswahltrainers wäre ein Sportdirektor Pesic das nächste Symbol für den Status, den Bayern im Basketball anstrebt. Pesic ist als früherer deutscher Nationalspieler – unter Bauermann übrigens – und ehemaliger Profi bei Alba Berlin bestens vernetzt im Basketball, auch dank „Lumani 10.7“. Die Firma, die Pesic zusammen mit Maikel Stevens betreibt, dem Sohn des Fußball-Trainers Huub Stevens, berät zahlreiche Sportler – vor allem aktuelle und potenzielle deutsche Basketball-Nationalspieler. Darunter Steffen Hamann, Bastian Doreth und Demond Greene von den Bayern sowie Heiko Schaffartzik, Sven Schultze, Yassin Idbhi und Andreas Seiferth von Alba Berlin.

Spitzenkräfte aus Deutschland sind rar im Basketball und schon die Verpflichtung von Bauermann, der Hamann, Greene und Doreth zu Bayern lotste, stieß bei vielen Vereinen auf Kritik. Die Doppelfunktion Bauermanns und der mögliche Interessenskonflikt daraus sind immer noch nicht abschließend geklärt. Eine Diskussion, die auch um Marko Pesic entflammen könnte.

„Was die Leute über einen erzählen, ist etwas, das man hinnehmen muss“, sagt der 34-Jährige. Ein Geschmäckle sähe er bei einem Wechsel nicht, zumal er sich in diesem Fall aus seiner Firma zurückziehen würde. „Wenn es dazu kommen sollte, macht es wenig Sinn, das weiterzumachen.“ Auch das Szenario, dass Nationalspieler von „Lumani 10.7“ in Scharen nach München wechseln, sieht der Sohn der Alba-Trainerlegende Svetislav Pesic nicht. „Außer Robin Benzing und Jan Jagla haben alle Spieler Verträge über den Sommer hinaus.“ An Pesics Schwager Jagla soll Bayern zumindest interessiert sein.

Doch ob es tatsächlich zu der Verbindung Pesic-Bayern kommt, ist noch offen. Die Gespräche liegen schon eine Weile zurück, „derzeit gibt es nichts Konkretes“, sagt Pesic. Bayern habe derzeit andere Prioritäten. „Projektsicherheit“, nennt es ein Bayern-Sprecher. Zuerst müssen die Münchner klären, ob sie künftig in der Rudi-Sedlmayer-Halle vor 7000 Zuschauern spielen können. An Platz zwei der Prioritätenliste steht die Personalie Bauermann. Noch vor der EM in Litauen im September wollen sich die Bayern mit dem Deutschen Basketball-Bund und der Basketball-Bundesliga zusammensetzen und die Personalie klären. Erst dann werden sich die Bayern mit der Sportdirektoren-Frage beschäftigen. Pesic sei einer „von mehreren Kandidaten“, einen Favoriten gebe es derzeit nicht.

Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi, der Pesic noch als Spieler kennt, ist sich jedenfalls sicher, dass er „die Fähigkeiten und das Netzwerk“ für den Job hätte. Bayern aber könnte nach der Causa Bauermann ein zweites Mal öffentlich anecken. Für Schlagzeilen ist jedenfalls gesorgt.

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