Sport : Probezeit bestanden

Dick van Burik hat Hertha überzeugt und darf auch in den nächsten drei Jahren für den Klub spielen

Stefan Hermanns

Berlin. Karel van Burik hat gestern das getan, was viele andere Menschen auch getan haben: Er hat sich in seinen Wagen gesetzt, ist rauf auf die Autobahn und hat Berlin verlassen. Doch anders als die meisten anderen ist van Burik nicht in den Osterurlaub gefahren, sondern zurück nach Hause. In Berlin gibt es für ihn vorerst nichts mehr zu tun. Am Donnerstag hat Karel van Burik sein derzeit drängendstes Problem endlich gelöst: Mit Hertha BSC hat er sich auf einen neuen Vertrag für seinen Sohn Dick (29) geeinigt. Der holländische Verteidiger wird auch in den nächsten drei Jahren für den Berliner Fußball-Bundesligisten spielen. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagte Manager Dieter Hoeneß. In der kommenden Woche soll der neue Vertrag unterschrieben werden.

Mit van Burik hat damit auch der letzte Hertha-Spieler mit auslaufendem Vertrag Klarheit darüber, ob er eine Zukunft in Berlin hat. Im nächsten Schritt wird sich die Vereinsführung nun intensiver mit der Frage beschäftigen, welche neuen Spieler zur nächsten Saison noch kommen sollen. „Die Planungen sind intern weitgehend abgeschlossen“, sagt Hoeneß. Drei Positionen gebe es, „über die wir nachdenken, zwei davon wollen wir auf jeden Fall besetzen“. Dass Hertha für die rechte offensive Seite jemanden sucht, ist bekannt, Verbesserungsbedarf hat die sportliche Leitung vermutlich auch im defensiven Mittelfeld und – nach dem Abgang von Michael Preetz – im Sturm ausgemacht.

Dass Dick van Burik so lange auf eine Entscheidung über seine berufliche Zukunft hat warten müssen, nimmt sein Vater und Berater dem Klub zumindest nach dem erfolgreichen Vertragsabschluss nicht übel: „Wenn du etwas gut machen willst, geht das nicht an einem Tag.“ Dick van Burik selbst aber hatte Hertha Anfang dieser Woche zu etwas mehr Eile angehalten: „Es darf nicht mehr allzu lange dauern.“ Sein Vater spricht von vielen Anfragen, die es gegeben habe, „auch aus der Bundesliga“, Dick aber habe ihm immer wieder gesagt: „Ich will natürlich am liebsten in Berlin bleiben.“

Hertha hatte van Burik zunächst einen Vertrag über zwei Jahre plus Option für ein weiteres angeboten. Dass es ein Dreijahresvertrag wurde, „ist uns wichtig gewesen“, sagt Karel van Burik. Überhaupt sei der Verein seinem Sohn mit viel Respekt begegnet. Dieses Gefühl hat Dick van Burik in der Vergangenheit vermutlich nicht immer gehabt. Vor eineinhalb Jahren war er nach einem kritischen Interview von Hoeneß und dem damaligen Trainer Jürgen Röber öffentlich angegriffen worden. Herthas Manager sagt heute: „Dick ist in seiner Persönlichkeit stark gereift. Er hat unter Druck sehr gute Leistungen gezeigt. Das ist das, was wir brauchen.“

Van Burik kam 1997 vom holländischen Ehrendivisionär NAC Breda zum damaligen Bundesligaaufsteiger Hertha BSC und hat seitdem 144 Bundesligaspiele für den Verein bestritten. „Er ist ein Führungsspieler“, sagt sein Vater. Diesen Anspruch hat auch Hertha immer an van Burik gehabt, aber zuletzt schien es, als würden dessen Fähigkeiten im Verein nicht mehr ausreichend gewürdigt. Trotz seiner alten Verdienste musste van Burik seit der Winterpause regelrecht für einen neuen Vertrag vorspielen, nachdem er in der Hinrunde, auch bedingt durch eine Verletzung, nur fünfmal zum Einsatz gekommen war. Immerhin: „Dick hat uns komplett überzeugt“, sagt Dieter Hoeneß.

Am Samstag in Rostock gegen Hansa wird der Holländer allerdings erneut fehlen: Vor einer Woche, beim 1:0 gegen Bochum, hat er kurz vor der Pause die Gelb-Rote Karte gesehen. Neben van Burik muss Herthas Trainer Huub Stevens auch den ebenfalls gesperrten Thorben Marx und die verletzten Verteidiger Marko Rehmer, Denis Lapaczinski, Nené sowie Kapitän Michael Preetz ersetzen. „Wenn jeder ein bisschen extra gibt“, sagt Stevens, „kann man auch mit zehn Mann gewinnen.“ So schlimm aber ist die Personalnot bei Hertha noch nicht.

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