Sport : Rausgepfiffen

Eine Fehlentscheidung leitet Herthas 0:2-Niederlage im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Gladbach ein.

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Berlin - Die Stimmung im kalten Berliner Olympiastadion unter den 47 465 Zuschauern war prächtig. Und trotzdem durften Herthas Fans aus der Ostkurve ihre Lieblinge am Ende nicht zum gemeinsamen Jubel begrüßen. 120 Minuten hatten die Zuschauer gesungen, doch am Ende des DFB-Pokal-Viertelfinales gegen Borussia Mönchengladbach kamen Herthas Profis wie bisher immer im Jahr 2012 nur zum Trösten in die Kurve. Das Pokal- Endspiel in Berlin wird wieder einmal ohne Berliner Mannschaft ausgetragen, Hertha verlor trotz engagierter Leistung nach torlosen 90 Minuten 0:2 nach Verlängerung. Ausschlaggebend war eine klare Fehlentscheidung, die zu einem Elfmeter für Mönchengladbach geführt hatte.

Eine Szene, die keine hätte werden müssen, entschied das Spiel. Eine Nicht-Aktion von Roman Hubnik war es, die für Hertha in der Verlängerung alles zunichte machte. Der Berliner Verteidiger baute sich vor Igor de Carmargo im Berliner Strafraum auf. Es sah so aus, als wolle er dem Gladbacher eine Kopfnuss verpassen. De Camargo flog nach leichter Berührung auf den Rasen. Trotzdem sah Hubnik Rot. Elfmeter. 1:0 für Mönchengladbach durch Filip Daems.

Natürlich waren sie bei Hertha über die Fehlentscheidung von Schiedsrichter Felix Brych verärgert. „Das Spiel lässt sich auf einen Pfiff reduzieren“, sagte Michael Skibbe. „Das war eine Unsportlichkeit und kein Elfmeter. Das ist sehr enttäuschend, das ist unfassbar.“ Es war ärgerlich für Hertha, denn über 100 Spielminuten, bis zum 0:1, hatten die Berliner für ihre Verhältnisse viele gute Dinge gezeigt. Jedenfalls mehr gute Aktionen, als von einem Abstiegskandidaten in der Bundesliga zu erwarten waren.

Skibbe hatte seine Mannschaft nach dem verlorenen Bundesligaspiel gegen Hannover am Sonnabend umstellen können. Der zuvor in der Liga und im Pokal gesperrte Raffael kehrte ins Team zurück, wie auch Innenverteidiger Andre Mijatovic. Der angeschlagene Adrian Ramos saß zunächst auf der Bank. Raffael brachte bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz in diesem Jahr Schwung ins Spiel der Berliner, die mutig agierten und auch die wenigen Chancen in einem chancenarmen Spiel hatten. Raffael und Pierre-Michel Lasogga trafen jeweils das Außennetz, Lasoggas Schuss hatte Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen noch abgefälscht.

Von Mönchengladbach war lange wenig zu sehen. Der Tabellenvierte aus der Bundesliga wirkte zu lässig. Erst im zweiten Durchgang wurden die Gladbacher aktiver, auch in den Zweikämpfen. Nach einem Zusammenprall mit Tony Jantschke verletzte sich Fabian Lustenberger. Der ehemalige Freiburger Felix Bastians kam für den Schweizer und hatte somit sein Debüt für Hertha. Raffael spielte nun offensiver und in der 60. Minute scheiterte Hertha knapp: Peter Niemeyer traf aus der Distanz den rechten Pfosten des Gladbacher Tores. Einen Kopfball von Bastians konnte ter Stegen danach ohne große Anstrengung fangen.

Es ging in die Verlängerung und dagegen konnte Skibbe nichts haben, denn vor dem Spiel hatte Herthas Trainer gesagt: „Meine Mannschaft hat die Kraft für 120 Minuten.“ Kraft ja, aber Ideen? Roman Hubnik hatte auf jeden Fall keine gute Idee, als er sich vor De Carmargo aufbaute. Nach dem 0:1 durch Daems kam bei Hertha Ramos für Andreas Ottl auf den Rasen. Der Kolumbianer hatte noch eine gute Chance, sein Schuss flog aber weit am Gladbacher Tor vorbei. In der Nachspielzeit traf der eingewechselte Oscar Wendt noch zum 2:0 für Mönchengladbach. Damit stand fest, dass die Auslosung für das Halbfinale im DFB-Pokal am Sonnabend ohne Berliner Los vonstatten gehen wird.

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