Reaktionen zum Referendum in Hamburg : "Olympia in Deutschland ist gestorben"

Hamburg hat abgestimmt: Die Hansestadt wird sich nicht für die Olympischen Spiele 2024 bewerben. Die Reaktionen zum sportpolitischen Debakel.

Frank Steffel glaubt, dass Olympische Spiele in Deutschland auf lange Zeit erst einmal nicht stattfinden werden.
Frank Steffel glaubt, dass Olympische Spiele in Deutschland auf lange Zeit erst einmal nicht stattfinden werden.Foto: picture alliance / dpa

Olaf Scholz

(Erster Bürgermeister von Hamburg): „Alles was wir auf den Weg gebracht hatten für unser Hamburg, wird weiterhin weitergehen. Auch Olympia wäre ein Projekt gewesen, aber das wäre nur mit einer Mehrheit gegangen. Der Kleine Grasbrook wird nun weiterhin Hafennutzung bleiben.“

Katharina Fegebank (Zweite Bürgermeisterin von Hamburg): „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich sehr enttäuscht bin. Aber wir wollten diese Spiele für viele und nicht für eine Minderheit.“

Frank Steffel (Bundestagsabgeordneter und Obmann im Sportausschuss für die CDU/CSU-Fraktion): „Auch als Berliner bedauere ich das Nein für Hamburg. Denn damit platzt ein Traum von Millionen von Menschen, zu Lebzeiten Olympia im eigenen Land zu erleben. Selbst wenn eine Vielzahl an Argumenten gegen Olympia in der aktuellen Debatte nachvollziehbar sind, ist nun realistisch gesehen, Olympia für Deutschland bis 2040 oder gar 2050 gestorben.“

Edina Müller (Gewinnerin der Paralympics 2012 im Basketball): „Ich hätte das Ergebnis nie erwartet. Für mich ist es eine der schlimmsten sportlichen Niederlagen meiner Karriere. Es ist ein herber Rückschlag, insbesondere für das Thema Inklusion. Was in Hamburg in neun Jahren hätte erreicht werden können, wird nun sicher mehr als 30 Jahre dauern. Das ist bitter.“

Dietmar Beiersdorfer (Vorstandschef des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV): „Ich bin enttäuscht und traurig. Es wäre eine große Chance gewesen.“

Özcan Mutlu (Sprecher für Sportpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen): „Ohne dringende Reformen bei internationalen Sportgroßverbänden und das Bremsen der ausufernden Kommerzialisierung des Sports sowie der Reform der Vergabekriterien dürfen und können die öffentlichen Haushalte nicht in Milliardenhöhe für Spitzensportevents in Anspruch genommen werden.“ Tsp

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