Relegation zur Zweiten Liga : Dynamo Dresden oder der VfL Osnabrück?

In der Relegation zwischen dem VfL Osnabrück und Dynamo Dresden geht es um mehr als die Qualifikation für die Zweite Bundesliga - beide Vereine sind finanziell angeschlagen und könnten sich in der Dritten Liga nur schwer finanzieren.

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Fans von Dynamo Dresden im Stadion.
Das große Zittern: Bei Dynamo Dresden bangen die Anhänger um die Zugehörigkeit zur Zweiten Bundesliga.Foto: dpa

Die Rechnung ist einfach. „Wir haben 73 Punkte geholt, Dresden nur 37. Auch wenn Dynamo eine Liga höher gespielt hat, wir müssen uns nicht verstecken“, sagt Alexander Ukrow. Der 42-Jährige ist seit gut einer Woche Interimstrainer beim VfL Osnabrück und soll den Klub in der Relegation gegen Dynamo Dresden von der Dritten in die Zweite Liga führen. Dafür hat Ukrow zwei Spiele Zeit. Das Hinspiel findet am Freitag in Osnabrück (20.30 Uhr, live bei MDR und NDR) statt, ehe es am Dienstag zum Rückspiel in Dresden kommt.

Dass Osnabrück überhaupt die Chance hat, sich für die Relegationsniederlage gegen Dresden vor zwei Jahren zu revanchieren, ist eine Überraschung. Am letzten Spieltag der Dritten Liga zogen die Niedersachsen durch ein 4:0 gegen Alemannia Aachen noch auf Platz drei – weil der 1. FC Heidenheim im eigenen Stadion kein Tor gegen Offenbach zustande brachte. Wenige Tage zuvor war Osnabrücks Trainer Claus-Dieter Wollitz entlassen worden, nachdem er seinen Abschied zum Saisonende verkündet hatte. Wollitz konnte mit der neuen Vereinsführung nichts anfangen, sein Assistent Ukrow übernahm. Gegen Aachen trug die Mannschaft T-Shirts, auf denen sie sich bei Wollitz bedankte, die Querelen schienen sie eher zu motivieren als zu lähmen.

Die Situation beim VfL Osnabrück ist schwierig. Der Verein hat neun Millionen Euro Schulden, im Dezember konnte nur ein Darlehen der Stadt über 3,6 Millionen Euro die Insolvenz verhindern. Gelingt es bis zum kommenden Dienstag nicht, einen Liquiditätsnachweis über 1,7 Millionen Euro zu erbringen, ist die Lizenz für die Dritte Liga in Gefahr. Aber dort will der VfL Osnabrück nach den Relegationsspielen ja auch gar nicht mehr spielen müssen.

Bei den Dresdnern sieht die Situation auch nicht besser aus. Dynamo erhielt zwar die Lizenz für die Zweite Liga, für die Dritte Liga hat der DFB jedoch noch keine Lizenz erteilt. Gerüchte von einer drohenden Insolvenz dementiert der Klub. Allerdings müsste der Etat deutlich reduziert werden. Ein direkter Wiederaufstieg wäre utopisch.

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