Reus-Verpflichtung : Dortmunds Angriff auf die Bayern

Mit Verstärkungen wie Marco Reus könnte Borussia Dortmund wieder dauerhaft zum Rivalen des FC Bayern werden. Dabei plagen den BVB nach wie vor Millionenschulden.

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Bald ist Schluss damit. Die Dortmunder, wie hier Jakub Blaszczykowski, wollen sich von der nächsten Saison an nicht mehr von Marco Reus überspielen lassen. Im Gegenteil. Der Meister lässt sich die Verpflichtung des Gladbachers mehr als 17 Millionen Euro kosten. Es ist der zweitteuerste Transfer der Vereinsgeschichte nach Marcio Amoroso.
Bald ist Schluss damit. Die Dortmunder, wie hier Jakub Blaszczykowski, wollen sich von der nächsten Saison an nicht mehr von Marco...Foto: dapd

Seit Hans-Joachim Watzke bei Borussia Dortmund im operativen Bereich das Sagen hat, trägt der Geschäftsführer seine wichtigste Maxime wie eine Monstranz vor sich her: für die Spitze wettbewerbsfähig zu sein, „ohne einen einzigen Cent neue Schulden zu machen“. Entsprechend moderat ist der BVB in den vergangenen Jahren auf dem Transfermarkt aufgetreten. Die Konsolidierung nach dem Beinahe-Kollaps vorantreiben und bescheiden bleiben, damit ist der Revierverein in seiner jüngeren Vergangenheit hervorragend gefahren und hat sich viele neue Freunde gemacht. Doch diese Phase hat der Meister nun offiziell für beendet erklärt, als er am Mittwoch seinen wohl größten personellen Coup mitteilte: Der BVB holt den gebürtigen Dortmunder Marco Reus aus Mönchengladbach zurück ins Ruhrgebiet. Die Summe, die der Verein dafür bezahlt, klingt geradezu spektakulär: 17,5 Millionen Euro werden von der einen Borussia zur anderen überwiesen. Damit ist der teuerste Transfer der Klubgeschichte seit der Verpflichtung der brasilianischen Diva Marcio Amoroso (25,6 Millionen Euro) aus dem Jahr 2001 perfekt.

Amoroso, das ist die Personalie, die in Dortmund sinnbildlich für die Verschwendungssucht der Ära Niebaum/Meier steht. Erfolgt nun die Kehrtwende weg von der Bescheidenheit, zurück zur Großmannssucht? Eine Frage, die Watzke mit einem „Nein“ beantwortet. „Es bleibt bei unserer Politik, keine neuen Schulden zu machen“, sagt der 52 Jahre alte Geschäftsmann. Der Transfer sei trotz dieser Größenordnung „aus unseren Rücklagen solide finanziert“.

Die Schuldenlast wurde in den vergangenen sechs Jahren um 140 Millionen Euro auf 56 Millionen gesenkt, das Eigenkapital beträgt 98 Millionen Euro. Die Dortmunder sind also an ihr Festgeldkonto gegangen, um groß einkaufen zu gehen, und nicht wie früher in die Kreditabteilung. Satte Überschüsse aus der Meistersaison und der Champions League machen das möglich. Genau dies werden sie bei Bayern München sehr sorgsam registrieren. Dass Klubs wie Wolfsburg oder Stuttgart ihnen mal die Meisterschaft wegschnappen, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden, damit können sie bei den Bayern leben. Einen dauerhaften Rivalen haben sie indes schon lange nicht mehr erdulden müssen.

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