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Ryder-Cup 2022 : Deutschland bewirbt sich mit Brandenburger Golfplatz

Deutschland wird sich mit Bad Saarow oder mit Groß Kienitz um die Ausrichtung des Ryder-Cup 2022 bewerben. Der Golfclub Gut Kaden im Norden Hamburgs ist aus dem Rennen.

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Mit einem Golfplatz aus der Hauptstadtregion wird sich der Deutsche Golf-Verband (DGV) um die Ausrichtung des Ryder-Cups 2022 bewerben. Wie der Tagesspiegel erfuhr, ist Hamburg als Austragungsort für den prestigereichsten Teamwettbewerb im Golf aus dem Rennen. Die Entscheidung darüber, mit welcher Anlage genau der DGV sich bewerben wird, wurde kurzfristig vertagt und fällt nun voraussichtlich in zwei Wochen. Die letzten verbliebenen Bewerber sind eine deutsch-irische Investorengruppe, die in Groß Kienitz am Flughafen BER einen neuen Golfplatz bauen will, sowie das A-Rosa-Resort am Scharmützelsee, das seine Bewerbung überraschend erst in der vergangenen Woche abgegeben hat.

„Die Ryder-Cup Deutschland GmbH hat uns im Januar aufgefordert, uns noch zu bewerben“, berichtet Vanessa Herbon, Direktorin Golf und Sport des A-Rosa in Bad Saarow. Die Eigentümer des Golfresorts, Familie Haselsteiner, hätten sich nach Abwägen der notwendigen Investitionen dafür entschieden, sich erneut um die Austragung des Ryder-Cups zu bewerben. 2009 hatte Bad Saarow beim Vorentscheid das Nachsehen gegenüber Neuburg an der Donau gehabt. Anders als in Groß Kienitz müsste am Scharmützelsee kein gänzlich neuer Golfplatz gebaut werden. Der Ryder-Cup würde auf dem renommierten Faldo-Course stattfinden. Um genügend Platz für Zuschauer, Tribünen und Hospitality-Bauten zu gewinnen, müsste aber einer der beiden anderen Golfplätze des Resorts weichen. Über die genauen Pläne und Kosten schweigt A-Rosa.

Auch die Ryder-Cup Deutschland GmbH, die im Namen des DGV den aussichtsreichsten Bewerber finden soll, hält sich mit Zwischenständen bedeckt. Der Kopf der Auswahlkommission ist Marko Kaussler, Turnierdirektor der BMW International Open. Kaussler teilte im Dezember lediglich mit, dass München wegen des zeitgleich zum Ryder-Cup stattfindenden Oktoberfestes kein geeigneter Austragungsort sei. Offiziell gilt Hamburg mit dem Gut Kaden Golf- und Land-Club noch als Kandidat. Wolfgang Mych, der Geschäftsführer des Clubs, stellt jedoch klar: „Wir hatten uns nie offiziell beworben, da die finanziellen Bedingungen für eine Golfanlage nicht zu refinanzieren sind.“ Weil es aber ein großes Interesse an einer Ausrichtung in Hamburg gegeben habe, sei der Club weiter mit der Ryder-Cup Deutschland GmbH in Kontakt geblieben.

Unklar ist, warum das vom DGV beauftragte Unternehmen kurzerhand das A-Rosa-Resort am Scharmützelsee zur Bewerbung aufgefordert hat. Vermutlich will Marko Kaussler auf Nummer sicher gehen. Denn in Groß Kienitz gibt es bisher nur eine Baugenehmigung für einen Golfplatz auf 70 Hektar Fläche. Für den Ryder-Cup-Platz sind allerdings 120 Hektar notwendig. Weitere Ackerflächen stehen zwar bereit. Und auch der zuständige Gemeinderat von Blankenfelde-Mahlow hat gerade einstimmig sein Okay für den erweiterten Plan gegeben. Ob eine amtliche Baugenehmigung allerdings rechtzeitig vorliegt, bevor im Herbst im englischen Wentworth über die Vergabe des Ryder-Cups 2022 entschieden wird, ist nicht garantiert.

Aus dem Club hört man, alle beteiligten Behörden hätten sogar schriftlich versprochen, sich mit der Bearbeitung zu beeilen. Mit einem Platz, der noch keine Baugenehmigung hat, würde sich der DGV aber sicher nicht bewerben. Das Risiko einer Blamage wäre zu groß, wenn die Genehmigung in Groß Kienitz nicht erfolgt. Für diesen Fall braucht der Verband eine Alternative. Dass die Ryder-Cup Deutschland GmbH das A-Rosa in Bad Saarow selbst ins Spiel gebracht hat, legt nahe, dass sich Kaussler mit einer Anlage im Großraum Berlin offenbar die besten Chancen ausrechnet.

„Für unsere Golfregion ist das natürlich ein toller Etappensieg“, sagt Harald Binnewies, Präsident des Golfverbandes Berlin-Brandenburg. Zu mehr Euphorie will er sich nicht hinreißen lassen. Der Veranstalter des Ryder-Cups fordere von der Gastgebernation eine Steuerbefreiung auf alle Umsätze – wie die Fifa für ihre Weltmeisterschaft. Im föderalen Deutschland müssten dafür erst einmal alle 16 Bundesländer zustimmen.

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