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Schach-WM : Auch die vierte Partie endet remis

Auch die vierte Partie um die Schach-WM endete in Chennai nach langem Kampf wie die drei vorangegangenen: Weltmeister Viswanathan Anand und sein Herausforderer Magnus Carlsen einigten sich nach fast sechs Stunden Spielzeit und 64 Zügen auf Remis.

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Magnus Carlsen hatte in der vierten WM-Partie viel zu notieren.
Magnus Carlsen hatte in der vierten WM-Partie viel zu notieren.Foto: Reuters

Hinterher war Magnus Carlsen ein bisschen enttäuscht. „Schade, dass ich so eine Stellung verdorben habe”, sagte der Herausforderer nach dem auch die vierte Partie der Schach-WM in Chennai gegen Weltmeister Viswanathan Anand remis endete. Verglichen mit der dritten Partie waren die Vorzeichen aber vertauscht, diesmal brachte der Norweger den Weltmeister in Not. Carlsen hatte, mit Schwarz spielend, die Berliner Verteidigung der spanischen Partie gewählt – jene scheinbar skurrile Verteidigung, mit der Wladimir Kramnik im Jahr 2000 Garry Kasparow zermürbt und als Weltmeister abgelöst hatte.

Wie im berühmten Vorbild und vor den Augen Kasparows ließ Carlsen sich die Bauernstruktur demolieren und setzte auf die Kraft seines Läufers, der langfristig zum Herrscher über die weißen Felder werden sollte. Bald zeigte sich, weshalb die Berliner Verteidigung auch „Berliner Mauer“ genannt wird: Anand versuchte sie mit kreativer Gewalt zu überwinden, als er im 18. Zug einen Bauern opferte. Sofort nahmen all seine Figuren aktive Plätze ein, während bei Carlsen noch drei Figuren auf der Grundreihe kauerten. Der Läufer musste gar auf sein Ausgangsfeld zurück. Anands Angriff bekam Schwung, aber Carlsen gelang es geschickt, sämtlichen Gefahren auszuweichen. „Das Bauernopfer kam unerwartet für mich“, sagte Carlsen, „aber ich hatte ohnehin bereits eine komfortable Stellung.“

Um nicht die Initiative zu verlieren, opferte Anand im 35. Zug einen weiteren Bauern und dies zeigte prompt Wirkung: Carlsen verpasste die beste Antwort, woraufhin der Weltmeister die Balance halten konnte. Den richtigen Weg zu finden, sei keineswegs leicht gewesen, meinte Carlsen. „Es gab so viele taktische Ressourcen.“ Schließlich versuchte er noch, ein Turmendspiel mit Mehrbauern auf Gewinn zu spielen. Anand verteidigte sich jedoch tadellos

Notation der vierten Partie: 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.0–0 Sxe4 5.d4 Sd6 6.Lxc6 dxc6 7.dxe5 Sf5 8.Dxd8+ Kxd8 9.h3 Ld7 10.Td1 Le7 11.Sc3 Kc8 12.Lg5 h6 13.Lxe7 Sxe7 14.Td2 c5 15.Tad1 Le6 16.Se1 Sg6 17.Sd3 b6 18.Se2 Lxa2 19.b3 c4 20.Sdc1 cxb3 21.cxb3 Lb1 22.f4 Kb7 23.Sc3 Lf5 24.g4 Lc8 25.Sd3 h5 26.f5 Se7 27.Sb5 hxg4 28.hxg4 Th4 29.Sf2 Sc6 30.Tc2 a5 31.Tc4 g6 32.Tdc1 Ld7 33.e6 fxe6 34.fxe6 Le8 35.Se4 Txg4+ 36.Kf2 Tf4+ 37.Ke3 Tf8 38.Sd4 Sxd4 39.Txc7+ Ka6 40.Kxd4 Td8+ 41.Kc3 Tf3+ 42.Kb2 Te3 43.Tc8 Tdd3 44.Ta8+ Kb7 45.Txe8 Txe4 46.e7 Tg3 47.Tc3 Te2+ 48.Tc2 Tee3 49.Ka2 g5 50.Td2 Te5 51.Td7+ Kc6 52.Ted8 Tge3 53.Td6+ Kb7 54.T8d7+ Ka6 55.Td5 Te2+ 56.Ka3 Te6 57.Td8 g4 58.Tg5 Txe7 59.Ta8+ Kb7 60.Tag8 a4 61.Txg4 axb3 62.T8g7 Ka6 63.Txe7 Txe7 64.Kxb3 remis.

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