Sport : Schafft die Relegation ab!

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Was unterscheidet den Sport von der Kunst? Die Kunst kennt keinen Wettbewerb, kein Künstler misst sich mit dem anderen, um der Beste zu sein. Das Wesen des Sports hingegen ist der Wettkampf und in letzter Konsequenz das Streben nach dem Sieg. Jeder Sportler will besser sein als sein Konkurrent. Und damit der Wettstreit einen Sieger hervorbringt, muss es automatisch auch Verlierer geben. So einfach ist das – und doch für viele so schwer zu akzeptieren. Am schwersten, wenn so viel auf dem Spiel steht wie in der Relegation der drei höchsten deutschen Fußballligen. Wenn im Zweifel ein Tor über Millionen entscheidet, über Arbeitsplätze, möglicherweise über den Selbstwert einer ganzen Stadt. Welche Auswüchse dieser Wettstreit annimmt, hat sich in dieser Woche gezeigt: 76 Verletzte in Karlsruhe, ein Platzsturm in Düsseldorf. In beiden Fällen waren die Emotionen nicht mehr zu kontrollieren.

Im Grunde entsprach das Rückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC lange genau dem, was sich die Deutsche Fußball-Liga von der Wiedereinführung der Relegation erhofft hatte. Das war kein taktisches Geplänkel zweier verängstigter Mannschaften, sondern ein offenes Duell, schnell, spannend und durchaus ansehnlich. Doch über die sportlichen Themen wurde schon eine Sekunde nach dem Abpfiff nicht mehr gesprochen. Es geht seitdem nur noch um Gewalt, um Fan-Unkultur, und es wird – in der Folge – zwangsläufig um weitere Restriktionen gehen.

Natürlich gehören Emotionen zum Fußball; das Problem bei der Relegation ist, dass zwei völlig gegensätzliche Gefühlsregungen auf engstem Raum und in einer Intensität aufeinandertreffen, die es sonst selten gibt. Hier grenzenlose Freude, da totale Niedergeschlagenheit, Wut, manchmal Hass. Die Konsequenz aus den Ereignissen in dieser Woche kann nur heißen: Schafft die Relegation wieder ab! Es steht zu viel auf dem Spiel. Das ist keine Kapitulation vor irgendwelchen Idioten. Das ist eine Frage der Vernunft.

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