Sport : Schuss und Schluss

Hannover vergibt gegen Mainz in letzter Minute einen Elfmeter und scheidet zuhause mit 0:1 aus

Hoch das Bein. Wetklo wehrt Ya Konans Elfmeter ab. Foto: Reuters Foto: REUTERS
Hoch das Bein. Wetklo wehrt Ya Konans Elfmeter ab. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Hannover - Elfmeterschießen sind das Kribbelndste, was es im K.o.-Fußball gibt. Zum Nervenkitzel der Zuschauer zog Felix Brych das Elfmeterschießen einfach vor, ans Ende der Verlängerung. Da sprach der Schiedsrichter Hannover 96 in letzter Minute einen Strafstoß zu. Der FSV Mainz 05 führte zu diesem Zeitpunkt 1:0 und hatte sich schon im Achtelfinale gewähnt. Doch auf einmal wurde es brenzlig. Wäre Hannovers Elfmeter im Netz gelandet, es wäre ein echtes Elfmeterschießen geworden. Und wenn nicht, hätte Mainz das Spiel gewonnen. Didier Ya Konan nahm sich den Ball, schoss in die Mitte – und scheiterte am Unterschenkel des Mainzer Torwarts Christian Wetklo. Der rannte brüllend übers Feld und wurde als Mann des Abends gefeiert.

Dass es überhaupt so weit kam, hatten die Mainzer allerdings Andreas Ivanschitz zu verdanken. Der hatte die Rheinhessen in der Verlängerung in Führung geschossen. Es blieb der einzige Treffer in diesem Spiel – der erste Erfolg für Mainz nach zuletzt acht Bundesligaspielen ohne Sieg. Die Hannoveraner dagegen mussten vor 30 100 Zuschauern in ihrer nur gut halb gefüllten Arena die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen.

Didier Ya Konan ließen sie mit seinem Frust allerdings nicht alleine stehen. Nach dem Schlusspfiff trösteten ihn mehrere Hannoveraner Spieler. „Ich war platt, Didi ist zu mir gekommen und hat gesagt, dass er sich sicher fühlt“, sagte der eigentliche Elfmeterschütze Mohammed Abdellaoue hinterher. „Es ist bitter, dass er verschossen hat, aber er wird gestärkt aus dieser Situation hervorgehen.“ Der Fehlschuss sollte also noch für etwas gut sein.

Die Gäste freuten sich uneingeschränkt. „Das war ein richtiges Pokalspiel mit einem verdienten Sieger“, sagte der Mainzer Manager Christian Heidel. „Die Jungs haben sich für viel Arbeit und Aufwand belohnt.“ Vor allem in der ersten Hälfte schienen die Strapazen der vergangenen Wochen bei Hannover Spuren hinterlassen zu haben. Im vierten Spiel innerhalb von elf Tagen präsentierte die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka zunächst kaum etwas von der Lauffreude und Kampfstärke, die noch das 2:1 gegen Bayern München ermöglicht hatten. Abwartend überließ man den Mainzern die Initiative und setzte nur selten auf die sonst so überzeugenden Verschärfungen des Tempos. Folgerichtig sprang vor der Pause nur eine wirkliche Chance heraus.

Die Mainzer nutzten die Räume, die ihnen die Platzherren boten, streckenweise für gefällige Kombinationen. Nach dem Seitenwechsel wurde Hannover aktiver und bemühte sich, das Spiel unter Kontrolle zu bringen. Wirklich gelingen, wollte dies aber nicht. Nach 90 Minuten stand kein Sieger fest. Drei Minuten nach Beginn der Verlängerung nahm der eingewechselte Ivanschitz einen langen Pass von Nikolce Noveski direkt ab und drückte ihn aus kurzer Distanz über die Linie. Den Rest erledigte Wetklo. dapd

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