• Sieg gegen Borussia Mönchengladbach: Hertha vorerst Dritter: Salomon Kalou sei Dank

Sieg gegen Borussia Mönchengladbach : Hertha vorerst Dritter: Salomon Kalou sei Dank

Hertha BSC besiegt den Angstgegner Borussia Mönchengladbach souverän 3:0. Bedanken konnten sich die Berliner bei Kalou und der Gladbacher Unbeherrschtheit.

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Salomon Kalou (re.) war nicht zu bremsen gegen Borussia Mönchengladbach.
Salomon Kalou (re.) war nicht zu bremsen gegen Borussia Mönchengladbach.Foto: AFP

Als Salomon Kalou das zweite Mal an diesem Abend auf die Eckfahne zusteuerte und seine Arme ausbreitete, als wollte er abheben, war das Lachen endgültig zurück im Gesicht des 31 Jahren alten Ivorers. Der Stürmer von der Elfenbeinküste in Diensten von Hertha BSC hatte gerade sein zweites Tor erzielt – dabei war noch nicht mal eine Halbzeit absolviert im Olympiastadion. Die Ostkurve feierte bereits den fünften Sieg im fünften Saisonheimspiel, und sie sollte auch später Recht behalten.

Am Ende hieß es dann unter dem Jubel des Großteils der 51.934 Stadionbesucher sogar 3:0 (2:0), womit die Berliner zumindest für eine Nacht von Tabellenplatz fünf auf drei springen. Passend zum Abend erzielte Kalou auch den Treffer zum Endstand. Bei seiner Auswechslung wurde Kalou entsprechend inbrünstig vom Anhang besungen und gefeiert.

Unter der Woche war Salomon Kalou noch nicht so optimistisch gewesen. Sicher, die Trauer über zwei Todesfälle in der Familie sei verklungen und er registriere auch wieder ansteigende Form im Training, aber noch immer fehle ihm Spielpraxis. Noch zwei Spieltage brauche er, sagte er, dann sei er wieder da, wo er war, als er in der Vorsaison 15 Tore für Hertha schoss.

Auch Trainer Dardai hatte neulich erst gesagt, dass Kalou jetzt unbedingt mal ein Tor brauche, um wieder die Sicherheit zu bekommen, die ein Stürmer benötige. Dass es nun doch schneller ging als erwartet, in seinem erst dritten Bundesligasaisonspiel, wird Kalou niemand übel genommen haben. Zumal die Gladbacher als eine Art Angstgegner der Berliner galten. In der Vorsaison hatte Hertha neun Gegentore in den beiden Ligaspielen (1:4, 0:5) gegen die Elf vom Niederrhein kassiert.

Das Spiel begann sehr hektisch. Viele Fehlpässe auf beiden Seiten ließen kaum einen Spielfluss zu. Die Gladbacher hatten in der Anfangsviertelstunde sogar etwas mehr Zug zum Tor, und doch gingen dann die Gastgeber fast aus dem Nichts in Führung. Eine Flanke von Mitchell Weiser aus dem Halbfeld nutzte Kalou, der sich in den Gladbacher Strafraum geschlichen hatte, mit einem tollen Flugkopfball nach knapp zwanzig Minuten zum 1:0. Alle Herthaner liefen zusammen, um den Torschützen zu beglückwünschen.

Die Gladbacher spielten oft unsauber und noch öfter unbeherrscht

Von da an bestimmten die Berliner das Geschehen, bei denen sich dem starken Innenverteidiger John Anthony Brooks eine nächste Kopfballchance bot, der Gladbacher Yann Sommer parierte allerdings glänzend. Doch bei der nächsten Torchance war er dann machtlos. Der Versuch eines Befreiungsschlags von Gladbachs Linksverteidiger Nico Elvedi traf den Brustkorb seines Nebenmannes Jannik Vestergaards, von dort prallte der Ball direkt in den Lauf Kalous, der den Ball geschickt an Sommer vorbei kickte – 2:0.

Bei den Gladbachern zeigte der Treffer Wirkung. Sie spielten oft unsauber und noch öfter unbeherrscht. Fünf Minuten vor der Halbzeit sah Nationalspieler Christoph Kramer für sein rüdes Einsteigen gegen Fabian Lustenberger die Gelbe Karte. Da es für den Weltmeister die zweite war an diesem Abend, musste er vom Feld. Spätestens da war für viele Zuschauer eine Vorentscheidung gefallen.

Das Spiel in der zweiten Hälfte verlief erwartungsgemäß. Der Gladbacher Trainer Andrè Schubert stellte auf ein 4-4-1-System um, er wollte seine Mannschaft stabilisieren. Der Champions-League-Teilnehmer, der erst am Dienstag gegen Celtic Glasgow gespielt hatte (1:1), war um Schadensbegrenzung bemüht. Die Berliner spielten ihrerseits trotz Überzahl auch etwas kontrollierter, blieben aber das gefährlichere Team. Nach knapp einer Stunde kam Kapitän Vedad Ibisevic nach einer Ecke von Weiser zum Kopfball, doch Sommer hielt.

Vor allem Kalou sprühte vor Spielfreude. Der Ivorer war immer anspielbar, er ging weite Weg und bot sich immer wieder an. Es war verständlich, dass das Team von Pal Dardai nicht das letzte Risiko ging, die Gladbacher suchten ihr Heil nun verstärkt im Konterspiel – und kamen durch Lars Stindl noch einmal zu einer guten Gelegenheit. Eine Viertelstunde vor Abpfiff tauchte Stindl vor Hertha-Keeper Rune Jarstein auf, und der Norweger, der kurz zuvor bereits Toni Jantschkes Kopfball pariert hatte, verhinderte mit einer glänzenden Fußabwehr, dass es in der Schlussphase doch noch einmal spannend wurde. Dann kam erneut – Salomon Kalou.

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