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Spektakulärer 5:4-Sieg : Union schießt Hansa in die dritte Liga

Union Berlin hat den erneuten Abstieg des FC Hansa besiegelt. Obwohl sich die Rostocker nach Kräften wehrten, müssen sie nach dem 4:5 (3:3) beim 1. FC Union zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren den Gang in die Drittklassigkeit antreten.

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Abwehrspieler Daniel Göhlert (v.) setzte mit seinem Tor zum 5:4-Endstand den Schlusspunkt in einem aufregenden Spiel, das den Abstieg von Hansa Rostock besiegelte.
Abwehrspieler Daniel Göhlert (v.) setzte mit seinem Tor zum 5:4-Endstand den Schlusspunkt in einem aufregenden Spiel, das den...Foto: dpa

Ein Pfiff und die Spieler von Hansa Rostock sanken in sich zusammen wie einstürzende Neubauten. Einige kauerten auf dem Boden und vergruben ihr Gesicht hinter dem Trikot. Manchen liefen Tränen übers Gesicht. Dabei hatten sie 90 Minuten lang alles aus sich herausgeholt und ihren Beitrag zu einem der unterhaltsamsten Spiele der Saison geleistet. Doch das war in diesem Moment egal. Durch ein 4:5 (3:3) beim 1. FC Union steigt der FC Hansa Rostock zum zweiten Mal nach 2010 aus der Zweiten Liga ab. Bei vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz ist der Klassenerhalt nicht mehr möglich. Im günstigsten Fall treten die Rostocker in der kommenden Spielzeit in der Dritten Liga an, aber auch das ist nicht sicher. Der letzte DDR-Meister hat zehn Millionen Euro Schulden angehäuft und steht vor der Zahlungsunfähigkeit. Jüngst lehnte es der Finanzausschuss der Stadt Rostock ab, den Verein finanziell zu unterstützen. Am 9. Mai gibt es einen Bürgerentscheid. „Wir gehen fest davon aus, dass die Bürgerschaft für den FC Hansa stimmt“, sagte Hansa-Boss Bernd Hofmann. Wenn nicht, müsste Rostock Insolvenz beantragen. Dann droht eine Herabstufung der ersten Mannschaft bis in die fünftklassige Oberliga.

Warum es für Hansa Rostock nicht zum Klassenerhalt gereicht hat, zeigte sich im Spiel gegen den 1. FC Union. Der jungen Mannschaft fehlt vor allem in der Defensive die Qualität, um in der Zweiten Liga bestehen zu können. Zu unerfahren, zu nervös – in den entscheidenden Momenten waren die Defizite nicht zu übersehen. „Das Spiel war wie ein Abziehbild der gesamten Saison“, sagte Rostocks Trainer Wolfgang Wolf.

Die mitgereisten Fans von Hansa Rostock warben mit Plakaten für finanzielle Unterstützung durch die Stadt, da dem Verein nach dem Abstieg die Insolvenz droht.
Die mitgereisten Fans von Hansa Rostock warben mit Plakaten für finanzielle Unterstützung durch die Stadt, da dem Verein nach dem...Foto: dapd

Dabei wäre an diesem schwülwarmen Sonntagnachmittag der Sieg möglich gewesen. Nach zehn Minuten führte Rostock mit zwei Toren. Zuerst traf Matthias Holst per Direktabnahme, dann hielt Unions Verteidiger Daniel Göhlert seinen Fuß in einen Schuss von Tino Semmer. Der Ball machte einen hohen Bogen und senkte sich hinter Unions Torhüter Jan Glinker zum 2:0 ins Tor. Den Gastgebern war in der Anfangsphase anzumerken, dass es für sie um nichts mehr geht. Weil Rostock aber das Mittelfeld preis gab und die Berliner kombinieren ließ, steigerte sich deren Spielfreude von Minute zu Minute. Silvio, Michael Parensen und Torsten Mattuschka per Elfmeter brachten Union innerhalb kurzer Zeit 3:2 in Führung. Auf der Gegenseite gelang Stephan Gusche mit einem Kopfball der Ausgleich. Etwas mehr als eine halbe Stunde war da gespielt.

Die Zuschauer hatten hörbar Freunde. 18.300 Zuschauer waren ins Stadion An der Alten Försterei gekommen. Die Berliner unter ihnen feierten sich, ihre Mannschaft und ihr Stadion. In wenigen Wochen werden Bagger anrollen und die Alte Försterei in eine Baustelle verwandeln. Eine neue Haupttribüne soll entstehen, für die Umbauarbeiten ist die komplette nächste Saison vorgesehen. Gespielt wird aber weiterhin in der Alten Försterei.

In der zweiten Halbzeit ging es dann weiter mit dem munteren Sommerfußball. Chinedu Ede brachte Union in Führung, der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Marek Mintal glich für Rostock aus. Es dauerte aber nicht lange, da lagen die Gäste schon wieder hinten. Der aufgerückte Daniel Göhlert setzte bei einem Pfostenschuss von Ede nach – 5:4 für Union. „Die Mannschaft hat alles gegeben. Dass wir absteigen, liegt nicht an der heutigen Niederlage. Wir haben gegen die direkten Konkurrenten zu wenige Punkte geholt“, sagte Hofmann nach der Begegnung. 

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