Sport und Gesundheit : Wenn Olympische Spiele zur Privatsache werden

Die Mountainbikerin Sabine Spitz will in Rio starten, obwohl ihr die Ärzte abraten. Das sagt einiges über Olympia aus. Ein Kommentar.

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Über Stock und Stein. Sabine Spitz riskiert für Olympia einiges - auch ihre Gesundheit. Foto: dpa
Über Stock und Stein. Sabine Spitz riskiert für Olympia einiges - auch ihre Gesundheit.Foto: dpa

Manche halten Andreas Toba für einen Helden. Mit gerissenem Kreuzband turnte er noch weiter und brachte so die deutsche Riege ins Mannschaftsfinale. Andere halten ihn für töricht. Warum langfristige gesundheitliche Schäden für eine Finalteilnahme riskieren? Auch bei diesen Olympischen Spielen geht es wieder um die Grenze zwischen krank und gesund, zwischen startklar und startunfähig. Ein besonderer Fall kommt an diesem Samstag dazu.

Sabine Spitz war schon Olympiasiegerin im Mountainbike. Jetzt will sie noch einmal starten – obwohl ihr die Ärzte davon abraten. Ihr Verband, der Bund Deutscher Radfahrer, hat jedenfalls mitgeteilt: „Die Ärzte halten ihren Start trotz gesunkener Entzündungswerte für bedenklich, weil sie befürchten, dass die Entzündung unter Belastung außer Kontrolle gerät. Das Risiko trägt die Athletin selbst.“

Es ist verständlich, dass Athletinnen und Athleten nach so vielen Entbehrungen, nach so viel Arbeit und Qual für ein Ziel auch Risiken in Kauf nehmen. Sie wollen sich ihre Träume erfüllen. Doch der Fall Spitz zeigt auch: So sehr Olympische Spiele auch ein Massenereignis sind, zu dem Nationen mit Steuergeld Sportler schicken, für die nach einem Sieg die Nationalhymne gespielt wird, und so sehr von Verbänden auch die Vorbildwirkung von Sportlern herausgestellt wird: Am Ende sind die Olympischen Spiele eine völlig individualisierte Veranstaltung.

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