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Streit unter Fußballfans : Riss in der Kurve

17.12.2012 23:06 Uhrvon und
Überzeugende Stille. Keinem Spieler oder Trainer gefiel das Schweigen in den ersten zwölf Minuten und Sekunden in den vergangenen Wochen, wie die Fans von Union Berlin hier im Spiel gegen Kaiserslautern zeigen. Was nach dem 12. Dezember passierte, gefiel vielen Fans auch nicht.Bild vergrößern
Überzeugende Stille. Keinem Spieler oder Trainer gefiel das Schweigen in den ersten zwölf Minuten und Sekunden in den vergangenen Wochen, wie die Fans von Union Berlin hier im... - Foto: dpa

Wochenlang haben Fußball-Anhänger in den deutschen Stadien gemeinsam aus Protest geschwiegen. Doch nun gibt es Streit, wie es weitergeht – und ob Ultras zu viel Macht haben.

Als wie aus dem Nichts die Rufe „Peters raus“ aus dem Block der Ultras in der Schalker Nordkurve durch die Arena hallten, herrschte plötzlich völlige Ruhe rund um die Krakeeler. Kurz darauf formierte sich überraschender Widerstand; ein immer weiter anschwellendes „Ultras raus“ sowie Pfiffe waren zu hören. Mehrere tausend Fans hatten sich spontan solidarisiert und gegen die kleine, aber meinungsstarke Gruppe protestiert.

Dabei ging es nicht in erster Linie darum, den Schalker Finanzvorstand Peter Peters, in der Deutschen Fußball-Liga (DFL) verantwortlich für das bei Fans umstrittene Sicherheitskonzept, in Schutz zu nehmen.

Die Mehrheit der Schalke-Anhänger fühlt sich zusehends schlecht vertreten von den Ultra-Gruppierungen.

Ähnliches war auch am Montagabend in Braunschweig zu beobachten. Die Fans des 1. FC Union führten den Protest der vergangenen Wochen weiter.  In der Anfangsphase schwiegen die Berliner, während die Braunschweiger ihre Mannschaft von Beginn an lautstark unterstützten. Als Unions Fans dann nach zwölf Minuten und zwölf Sekunden einstiegen, gab es Pfiffe von den Braunschweigern.

Für die zumeist unorganisierten Anhänger scheint das Maß der Erträglichkeit erreicht. Eine Spaltung der Fangruppen zeichnet sich ab. „Der ganz normale Fan hat die Schnauze voll von den Fanprotesten“, sagt Frank Arndt, Vorsitzender des Schalker Fanklub- Verbandes. Wie grundsätzlich unterschiedlich die Meinungen sind, zeigt sich auch darin, dass es in der Nordkurve zu wüsten Beschimpfungen und Rangeleien zwischen den unterschiedlichen Fraktionen kam. „Nur noch das Pokalspiel gegen Mainz am Dienstag, und dann ist es ganz gut, dass eine Pause kommt“, sagt Arndt. „Dann sollten alle mal ihr Handeln überdenken.“

Nach den Wochen der Geschlossenheit schwanken die Fans auf den Rängen zwischen Gleichgültigkeit, Enttäuschung und Wut. Geändert hat sich quasi nichts nach dem Beschluss des DFL-Sicherheitspapiers. Der Großteil der Stadionbesucher will nun wieder Unterhaltung – mit guter Stimmung und gutem Fußball. Doch vor allem den Ultras geht es um mehr als nur Unterhaltung. Sie sehen sich als elementaren Bestandteil des Fußballs. Es ist ein Streit darüber, was im Mittelpunkt steht – die Fans oder das Spiel?

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