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Stuttgart - Leverkusen 2:2 : Ein Trainer ist kein Mülleimer

Mit dem 2:2 (1:1) gegen Bayer Leverkusen verhinderten die Stuttgarter zwar das Abrutschen auf den Relegationsplatz, doch dem VfB-Trainer Bruno Labbadia platzte anschließend der Kragen. Er fühlt sich ungerecht behandelt.

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Bezeichnend: Das Duell zwischen dem VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen endete 2.2-Unentschieden.
Bezeichnend: Das Duell zwischen dem VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen endete 2.2-Unentschieden.Foto: dapd

Nach dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen holte Bruno Labbadia tief Luft. Der Trainer des VfB Stuttgart sollte erklären, warum er den 19 Jahre alten Raphael Holzhauser in der 76. Minute ausgewechselt hatte, was Teile des Publikums mit Pfiffen und "Bruno raus"-Rufen quittierten. Labbadia holte also tief Luft und startete seine Wutrede, an deren Ende er aufstand und ging. „Trainer werden hier wie der letzte Depp dargestellt. Hier ist eine Grenze erreicht, die Zuschauer werden hier aufgewiegelt“, schimpfte Labbadia und meinte Teile der Stuttgarter Presse, die ihn zuletzt hart kritisiert hatten, weil er sich weigere, junge Spieler einzusetzen und seinem Assistenten Eddy Sözer vorwarf, die Mannschaft zu "nerven". "Trainer sind nicht der Mülleimer für alle Leute“, erklärte Labbadia.
Holzhauser habe eine Verletzung angezeigt, erläuterte Labbadia sichtlich wütend. "Es wundert mich nicht, wenn hier alle paar Monate ein neuer Trainer kommt. Es ist die Frage geht man den Weg mit, oder am Arsch geleckt." Oft waren es Fragmente von Sätzen, die Labbadia von sich gab, er sprach von "Unwahrheiten" und sagte: "Das Fass ist absolut voll." Und weiter: "Ich kam vor 22 Monaten hierher. Da hatte der Klub zwölf Punkte, keiner hat mehr einen Pfifferling gegeben. Wir hatten eine Senkung von 20 Millionen zu verkraften und mussten einen Überschuss in zweistelliger Höhe schaffen", sagte Labbadia, der sich zu Unrecht an den Pranger gestellt fühlt, weil in Stuttgart Erwartungshaltung und Wirklichkeit nicht zusammenpassen.

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Schalke 04 feierte am siebten Spieltag gegen den VfL Wolfsburg einen klaren 3:0-Erfolg.Weitere Bilder anzeigen
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06.10.2012 17:14Schalke 04 feierte am siebten Spieltag gegen den VfL Wolfsburg einen klaren 3:0-Erfolg.


Der wahre Grund für Labbadias Wut ist ein Kommunikationsproblem zwischen der Vereinsführung um Präsident Gerd Mäuser und der sportlichen Leitung. Mäuser fordert mit Macht junge Spieler, Labbadia will diese behutsam heranführen. Gespräche über die grundsätzlich verschiedenen Strategien aber finden nicht statt. „Es ist das gute Recht des Trainers, sich so zu äußern. Wir sind offen und ehrlich mit der Situation umgegangen. Wir haben keinem erzählt, dass wir in die Champions League wollen“, sagte Stuttgarts Manager Fredi Bobic, der sich auf Labbadias Seite stellte. Das zeigt, wie tief die Gräben in Stuttgart mittlerweile geworden sind. "Wenn ich mein Veto nicht eingelegt hätte, wäre Holzhauser nicht mehr im Verein", sagte Labbadia.
Labbadias Worte ließen das Spiel in den Hintergrund rücken. Auf dem Rasen hätten die Leverkusener eigentlich Grund gehabt, sich bei der Fülle ihrer Chancen über zwei verschenkte Punkte zu ärgern. Bei Manager Rudi Völler schimmerte das wenigstens etwas durch, als er sagte: "Nach dem 0:1 hatten wir den VfB da, wo man einen Gegner haben will. Wir hätten dann aber entschlossener nachsetzen müssen." Trotzdem sei man mit der Entwicklung der Mannschaft während der vergangenen Wochen zufrieden.


Vor 47.400 Zuschauern traf Stefan Kießling zur Führung für Leverkusen. Die Stuttgarter schienen verunsichert, bis Simon Rolffes Ibrahim Traoré foulte und Schiedsrichter Günter Perl Elfmeter pfiff, den Vedad Ibisevic verwandelte. Die Stuttgarter gingen in einem temporeichen Spiel sogar 2:1 in Führung, als Holzhauser nach einem sehenswerten Sprint für Ibisevic auflegte. Nur vier Minuten später glich Kießling aus, wobei die Stuttgarter Abwehr nicht gut aussah. Leverkusen hatte in der letzten Viertelstunde die besseren Chancen.
Trotz des Unentschiedens, das die Stuttgarter in der Tabelle auf Rang 15 klettern lässt, stehen beim VfB weiterhin unruhige Zeiten an. Vor dem Spiel gegen Leverkusen war durchgesickert, die Vereinsführung mache sich große Sorgen angesichts der Entwicklung der Mannschaft. Labbadia muss das wie eine Drohung aufgefasst haben. Sein Frust entlud sich dann am Sonntagabend.


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