Sport : Therapie durch Tore

Schalke siegt dank eines endlich einmal überragenden Raúl 3:1 gegen Tel Aviv

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In den Tagen vor dem gestrigen Champions-League-Abend in Gelsenkirchen war bei Trainer Felix Magath stets die Rede davon, wie wichtig der internationale Wettbewerb für das Selbstvertrauen der Spieler des FC Schalke 04 sein kann. Die höchste europäische Spielklasse sollte eine Art Therapie für die Königsblauen werden, die nach der anhaltenden Talfahrt in der Bundesliga ausgerechnet gegen die internationale Konkurrenz den Weg aus der Krise finden wollten. Das 3:1 (1:0) gegen Hapoel Tel Aviv im Spiel der Gruppe B hatte aber vor allem dazu gedient, dass die Schalker endlich wieder ein Glücksgefühl verspürten und sich als ein verdienter Sieger von den 50 900 Zuschauern in der Gelsenkirchener Arena feiern lassen konnten. Mit nun zwei Siegen in drei Partien hat sich die Mannschaft von Felix Magath die Chance erhalten, in das Achtelfinale einzuziehen.

Doch nicht nur das Team als Ganzes dürfte nach diesen verdienten Erfolg gegen die zeitweilig vor allem in der Defensive überforderten Israelis Erleichterung empfinden. Einen deutlichen Schub für die kommenden Wochen könnte die Begegnung einem Spieler gegeben haben, der an diesem Abend einen beeindruckenden Rekord aufstellte. Nach drei Minuten erzielte Spanier Raúl nach Vorarbeit von José Manuel Jurado die Führung. Der Angreifer der Schalker, der in den vergangenen Wochen kaum einmal überzeugen konnte, erzielte damit seinen 67. Treffer in der Champions League, zog damit an Filippo Inzaghi vorbei und ist damit alleiniger Führender in der europäischen Torjägerliste. Und wie befreiend ein solches Erfolgserlebnis sein kann, zeigte Raúl dann prompt in der zweiten Hälfte, als er ungewohnt leichtfüßig nach einer schönen Kombination über die linke Seite seinen zweiten Treffer folgen ließ.

Erstmals in dieser Saison konzentrierte sich der Spanier auf seine Stärken in der Angriffsspitze und vermied es weitgehend, sich im Mittelfeld Bälle abzuholen und damit unnötige Kräfte zu verschwenden. Die Anhänger des Klubs honorierten diese Spielweise und spendeten einen Extraapplaus. Und auch die Hereinnahme von Jefferson Farfan, der jüngst gegen den VfB Stuttgart aufgrund seiner Rückreise aus Peru keine Berücksichtigung fand, sorgte für Belebung des Offensivspiels.

Alles in allem dürfte es ein schon fast vergessenes Gefühl für die Westfalen gewesen sein, eine Partie von der ersten bis zur letzten Minute deutlich zu dominieren. Klaas-Jan Huntelaar hätte mehrfach das Ergebnis erhöhen können, aber der Holländer blieb an diesem Abend glücklos. Kurios auch die Szene, die sich unmittelbar vor dem zweiten Treffer vor dem Tor der Gäste abspielte. Huntelaar und Benedikt Höwedes köpften innerhalb einer Sekunde jeweils an die Querlatte.

Die Mannschaft von Trainer Eli Gutmann erwies sich mit zunehmender Spielzeit allenfalls als bemühter, aber kaum ebenbürtiger Sparringspartner. Die Israelis hatten während der gesamten Partie nicht eine nennenswerte Tormöglichkeit zustande gebracht. So war es auf der Gegenseite José Manuel Jurado, der mit einem sehenswerten Schlenzer in den Torwinkel traf.

Einzig die mangelnde Chancenverwertung und das späte Gegentor durch Itay Shechter dürften für ein wenig Unverständnis bei Felix Magath gesorgt haben. Doch letztlich hatte diese Therapiesitzung ihr Ziel nicht verfehlt.

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