Sport : Trainer Culic muss den SCC verlassen

Ernst Podeswa

Berlin - Mirko Culic ist nicht mehr Trainer der Volleyballer des SC Charlottenburg. Das ist eine Nachricht, die am Freitagabend völlig überraschend kam. Denn niemand hatte damit gerechnet, dass der Vertrag des 42-jährigen Bosniers nach vier Jahren als Trainer nicht verlängert wird. Auch für den Betroffenen war die neue Entwicklung wohl überraschend gekommen. Denn noch vor wenigen Tagen hatte SCC-Manager Kaweh Niroomand dem Tagesspiegel erklärt: „Eine Trennung vom Trainer kommt nicht in Betracht.“ Stattdessen hatte er einen „sanften Umbruch“ angekündigt. Doch danach ist der SCC-Manager mit Geschäftsführer Günter Trotz nach Analyse der Situation zu einem neuen Urteil gekommen. „Unser Vorhaben, Spitzenvolleyball in Berlin zu präsentieren, stand auf der Kippe“, sagt Niroomand jetzt. Vielleicht hatte er auch schon vor einiger Zeit beschlossen, sich von Culic zu trennen, und dies nur nicht öffentlich gemacht.

Bei Gesprächen mit Spielern über die Gründe, die zu dem Scheitern des Titelverteidigers im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft geführt hatten, wurde klar, dass das Verhältnis des Trainers zur Mannschaft gestört war. Und dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man vollzieht einen deutlichen Schnitt im Mannschaftsgefüge oder sucht einen neuen Trainer. Weil die erste Möglichkeit finanziell aufwändig ist, entschied sich der SCC für die Trennung vom Trainer. Und diese Entscheidung verkündete Niroomand am Freitagabend im Vip-Bereich der Sömmeringhalle beim offiziellen Saisonausklang. „Es ist bitter, dies nach zwei Titeln und einer Vizemeisterschaft tun zu müssen. Mirko Culic ist ein exzellenter Fachmann, dem der Verein sehr viel verdankt. Er ist ein lieber Mensch, als Trainer vielleicht mitunter zu lieb“, sagte Niroomand. Culic war zu der Fete nicht erschienen.

Wer seine Nachfolge antritt, ist noch nicht bekannt. Stelian Moculescu, Trainer des VfB Friedrichshafen und zugleich Bundestrainer, ist wohl keine Lösung. Dafür ist sein Verhältnis zu Niroomand viel zu gespannt. Nur eins ist klar: Es wird auch ein Teammanager eingestellt. Dadurch soll Günter Trotz entlastet werden.

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