Trainerentlassung von Armin Veh : Eintracht Frankfurt: Riskiert doch mal was!

Armin Veh ist nicht mehr länger Trainer bei Eintracht Frankfurt. Will der Klub vorankommen, muss er seine Spießbürgerlichkeit abstreifen. Ein Kommentar.

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Armin Veh ist nicht mehr länger Trainer in Frankfurt.
Armin Veh ist nicht mehr länger Trainer in Frankfurt.Foto: dpa

Das Risiko war Heribert Bruchhagen immer fern. Und der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt bilanzierte vor wenigen Monaten ganz subjektiv, dass er mit seiner behutsamen Strategie stets gut gefahren sei. Zu seiner Bilanz gehört aber auch, dass die Eintracht sportlich nicht vorankommt und in engen Abständen die Trainer kommen und gehen. Am Sonntag wurde nun Armin Veh entlassen.

Bruchhagen, der nach dieser Saison in den Ruhestand geht, hat es immer mit großem Argwohn gesehen, wenn die Zahlen, die der Profifußball im In- wie im Ausland schreibt, explodieren. Wenn zum Beispiel Talente, die noch nicht viel geleistet haben, schon für viele Millionen vertrieben werden.

Die Geschwindigkeit, das Überdrehte des Fußballbetriebes, dagegen wollte Bruchhagen immer ankämpfen. Der 67-Jährige ist der Vernünftige, wer es böse mit ihm meint, würde sagen, der Spießer der Bundesliga. Deswegen wurde die Eintracht in den vergangenen 15 Jahren von Männern wie Willi Reimann, Friedhelm Funkel, Michael Skibbe, Thomas Schaaf oder eben Armin Veh trainiert. Alles Männer, die sich irgendwann einmal ihre Verdienste erworben hatten, aber auch alles Männer, die zumindest zu dem Zeitpunkt, als Bruchhagen sie holte, nicht für Fortschritt, sondern für die Vergangenheit standen.

Mit Veh war das nicht anders. Er hatte sich schon einmal bewährt in Frankfurt und war deshalb die risikoarme Lösung. Nur war er nicht die richtige.
Bruchhagens Stimme der Vernunft, sie wird der Bundesliga fehlen. Für Eintracht Frankfurt aber könnte sein Rückzug auch bedeuten: dass man endlich mal etwas riskiert.

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