Union Berlin : Klub der Enttäuschten

Union Berlin und Gegner Eintracht Braunschweig wollten eigentlich um den Aufstieg mitspielen, konnten die Erwartungen aber nicht erfüllen.

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Unions Trainer André Hofschneider gibt sich optimistisch.
Unions Trainer André Hofschneider gibt sich optimistisch.Foto: dpa

Den Wochenbeginn verbrachte André Hofschneider in Hennef, wo an der Sportschule der Eignungstest für den kommenden Fußball-Lehrer-Jahrgang anstand. Ganz schön anstrengend seien die drei Tage gewesen, berichtet der Trainer des 1. FC Union. Insgesamt 74 Bewerber versuchten sich bestmöglich zu präsentieren, um einen der 24 freien Plätze zu erhalten. Ob Hofschneider darunter ist, entscheidet sich in zwei bis drei Wochen. Die Ausbildung zum Fußball-Lehrer ist ohnehin ein Projekt der Zukunft, in der Gegenwart muss sich Hofschneider als Trainer des Berliner Zweitligisten damit beschäftigen, die nötigen Punkte für den endgültigen Klassenerhalt zu holen. Union befindet sich als Zehnter zwar nicht in direkter Abstiegsgefahr, könnte aber bei einer Heimniederlage am Freitag gegen Eintracht Braunschweig (18.30 Uhr) wieder etwas an den Gefahrenbereich heranrücken. Union ist derzeit gut beraten, die Spiele im Stadion An der Alten Försterei zu gewinnen, weil es auswärts weniger gut läuft. „Dort fehlt uns ein wenig das Selbstvertrauen, deshalb sind wir zu Hause noch mehr in der Pflicht“, sagt Hofschneider.

Heimsiege gegen 1860 München (3:0) und den FSV Frankfurt (4:0) sicherten Union zwischenzeitlich eine komfortable Tabellensituation, die nach der Niederlage beim Letzten MSV Duisburg nun wieder Tücken beinhaltet. Im Anschluss an die Länderspielpause muss Union zwei Mal auswärts antreten, zuerst beim FC St. Pauli, der noch um den Aufstieg mitspielt, und dann beim SC Paderborn, für den es ums sportliche Überleben in der Zweiten Liga geht. Um ohne den ganz großen Druck in diese Spiele gehen zu können, wären drei Punkte gegen Braunschweig wichtig. Für die Gäste aus Braunschweig verläuft die Saison nur unwesentlich besser als für die Berliner. „Beide können sich in den Klub der Enttäuschten einreihen, beide hatten andere Ziele“, sagt Hofschneider. „Trotzdem gibt es für uns keinen Grund, alles negativ zu sehen. In der Rückrunde zeigt unsere Formkurve klar nach oben.“

Seit Dezember haben die Berliner fünf von neun Spielen gewonnen, in der Rückrundentabelle sind sie Fünfter – und das, obwohl meistens wichtige Spieler verletzt fehlten. Gegen Braunschweig wird es nicht anders sein. Michael Parensen ist nach fünf Gelben Karten gesperrt, ihn ersetzt Eroll Zejnullahu in der Startelf, darauf hat sich Trainer Hofschneider schon festgelegt. Felix Kroos fehlt noch immer verletzt, genau wie Fabian Schönheim. Dafür dürfte Toni Leistner nach überstandener Verletzung wieder zurückkehren. Seine Zweikampfstärke kann Union in den entscheidenden Wochen gut gebrauchen.

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