Union Berlin vor dem Spiel beim SV Sandhausen : Internationale Reife

Valmir Sulejmani könnte beim Auswärtsspiel in Sandhausen sein Startelf-Debüt für den 1. FC Union geben. Der Mittelfeldspieler ist von Hannover 96 ausgeliehen - und zeigt immer häufiger sein großes Talent.

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Selbstvertrauen: Valmir Sulejmani (r.) am Ball für Union Berlin.
Selbstvertrauen: Valmir Sulejmani (r.) am Ball für Union Berlin.Foto: imago

Valmir Sulejmani ist in der vergangenen Woche fremdgegangen. Nicht einmal, sondern zweimal. Der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler des 1. FC Union Berlin absolvierte in der Punktspielpause seine ersten beiden Einsätze für die kosovarische Fußball-Auswahl. In den Begegnungen gegen Eintracht Frankfurt (0:0) und Werder Bremen (0:2) stand der offensive Mittelfeldspieler jeweils in der Startelf. Die guten Leistungen der Leihgabe von Hannover 96 sprachen sich auch bis zum 1. FC Union herum, der die Informationen eines Scouts und Videoaufnahmen auswertete. „Valmir hat einen sehr ordentlichen Eindruck hinterlassen“, sagte sein Vereins-Trainer Norbert Düwel. Heute im Auswärtsspiel beim SV Sandhausen (13.30 Uhr) könnte Sulejmani auch deshalb erstmals in die Startelf der Berliner rücken. Bislang hatte es für den Winterzugang nur zu drei Kurzeinsätzen gereicht.

Im Training, wo Sulejmani in den letzten öffentlichen Einheiten in der vermeintlichen Startelf stand, wirkte er beflügelt vom Auftritt in der gelb-blauen Spielkleidung des Kosovo. Gegen Frankfurt hatte er Tricks gezeigt, die für einen Fußballer mit wenig Spielpraxis schon ungewöhnlich waren. „Durch so ein Spiel kann ich auch Selbstvertrauen für Union gewinnen“, sagte Sulejmani und kehrte offensichtlich gestärkt von der Auswahl des Kosovo zurück. Lob gab es auch von Albert Bunjaku. „Valmir war das erste Mal bei uns. Er ist ein schneller und technisch starker Spieler“, sagte der Coach des Kosovo.

Sulejmani: Heimat im Kosovo

Obwohl Sulejmani auch schon in der deutschen U17 zum Einsatz kam, wird er sich langfristig wohl für den Kosovo entscheiden. Offiziell hat der Verband zwar noch keine Anerkennung durch die Fifa und die Uefa erfahren. Sulejmani will trotzdem für den Kosovo spielen, nicht nur, weil die sportliche Konkurrenz geringer ist. „Ich bin überzeugt, dass wir für die WM 2018 Qualifikationsspiele bestreiten können. Ansonsten könnte ich auch für Albanien oder Deutschland spielen. Aber der Kosovo ist mein Land“, sagte Sulejmani. „Es macht mich stolz, für den Kosovo zu spielen. Obwohl ich in Deutschland geboren bin, entstehen Heimatgefühle. Im Sommer- und Winterurlaub bin ich immer dort. Da tanke ich Kraft, da sehe ich meine Familie.“

Sulejmanis sportliche Heimat heißt seit 2005 Hannover 96. Dort absolvierte er unter den Trainern Mirko Slomka beziehungsweise Tayfun Korkut in der Spielzeit 2013/14 fünf Kurzeinsätze in der Bundesliga. In der Hinrunde 2014/15 reichte es für das Talent nur noch zu 16 Regionalliga-Begegnungen in der zweiten Hannoveraner Mannschaft. Als sich bei Union Mittelfeldspieler Maximilian Thiel bei der Rückrundenvorbereitung verletzte, wurde Sulejmani kurzfristig als Ersatz bis zum Sommer ausgeliehen.

Vertrag in Hannover bis 2017

Länger sollte es ursprünglich nicht werden. Inzwischen haben beide Seiten dies relativiert. „Dass ich nach Hannover zurückkehre, ist der Stand der Dinge“, meinte Sulejmani. „Aber wenn ich bei Union öfter und vielleicht sogar von Anfang an spiele, weiß man nicht, was passiert.“ Düwel, der Sulejmani bereits in seiner Zeit als Co-Trainer der 96er kennenlernte, verweist auf Sulejmanis Vertrag in Hannover bis 2017. „Ob er für die nächste Saison eine Option ist, liegt nicht allein an uns. Es stellt sich die Frage, was Hannover mit ihm vorhat“, sagte Düwel.

Die sich anbahnende Festverpflichtung von Thiel, der wie Sulejmani im linken Mittelfeld seine bevorzugte Position hat, muss angeblich nicht das Aus für Sulejmani bedeuten. „Valmir ist ein außerordentlich talentierter Spieler. Solche Akteure haben wir immer im Fokus. Er hätte den Vorteil, dass er keine große Eingewöhnungsphase bräuchte“, meinte Düwel. „Es ist immer gut, wenn mehrere Spieler für eine Position vorhanden sind.“

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