Uwe Neuhaus als Trainer in Dresden vorgestellt : Der Geist wird greifbar

Schon seit dem 9. April steht fest, dass Uwe Neuhaus zur kommenden Saison neuer Trainer bei Dynamo Dresden wird. Nun wurde der frühere Trainer vom 1. FC Union öffentlich vorgestellt.

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Seine neue Försterei: Uwe Neuhaus im Stadion von Dynamo Dresden.
Seine neue Försterei: Uwe Neuhaus im Stadion von Dynamo Dresden.Foto: dpa

Uwe Neuhaus sah erholt aus, als er am Dienstagmittag offiziell als Trainer des Drittligisten SG Dynamo Dresden vorgestellt wurde. Zwischen Sport-Geschäftsführer Ralf Minge und Wirtschafts-Geschäftsführer Robert Schäfer sitzend, überstand der 55-Jährige routiniert das Blitzlichtgewitter der Fotografen und die rund vierzigminütige Frageeinheit im Stadion von Dresden.
Dass Neuhaus Trainer der Sachsen wird, stand schon seit dem 9. April fest. Eigentlich sollte er erst nach dem Ende der laufenden Saison den Medienvertretern Rede und Antwort stehen. Doch die Situation war für alle Beteiligten unbefriedigend. „Ich hatte das Gefühl, wie ein Geist über allem zu schweben und eigentlich gar nicht da und greifbar zu sein. Dieses Gefühl war nicht sehr angenehm“, beschrieb Neuhaus die vergangenen Wochen, in denen er bereits einige Spiele seiner zukünftigen Mannschaft auf der Tribüne verfolgt hatte. Auch der Verein wollte das Versteckspiel beenden, obwohl der Verbleib des aktuellen Trainers Peter Nemeth noch nicht geklärt ist.

Im Sommer 2014 trennten sich die Wege von Uwe Neuhaus und dem 1. FC Union

Im in der Regel aufgeregten Dresden setzen sie auf die Kontinuität von Neuhaus, der bis Sommer 2014 sieben Jahre lang den 1. FC Union trainiert und zu einem festen Bestandteil der Zweiten Bundesliga gemacht hatte. „Für Uwe Neuhaus haben die hohe fachliche Kompetenz und die Erfahrung gesprochen. Er hat auch schon eindrucksvoll nachgewiesen, dass er über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau Prozesse begleiten kann“, sagt Minge. „Das sind die wesentlichen Aspekte, die wir uns von der Zusammenarbeit mit ihm versprechen.“

Neuhaus gab sich bescheiden. „Mein Vertrag läuft über zwei Jahre. Mein erstes Ziel ist es, die Vertragslaufzeit zu erfüllen. Ich glaube, dass wir dann auf dem richtigen Weg sind. Alles Weitere wäre zu früh. Wir wollen erst einmal eine gute Mannschaft zusammenstellen.“ Neuhaus gab zu, dass es nicht viele Vereine in der Dritten Liga gibt, die für ihn interessant waren. Als jedoch Ralf Minge bei ihm anrief, hätte er sofort ein positives Bauchgefühl verspürt. Am 18. Juni wird er das erste Training leiten.

Neuhaus wird vorübergehen nach Dresden umziehen

Die Zeit seit seinem Rauswurf bei Union hat er genossen. „Die Pause hat mir definitiv gut getan. Ich habe auch gemerkt, dass sieben Jahre am Stück eine lange Zeit waren“, sagte Neuhaus. „Irgendwann ist man in so einem Kreislauf drin, wo man mit einem gewissen Abstand sagt, das und das hätte man anders machen müssen.“ Obwohl Neuhaus in Berlin ein Haus bauen ließ, wird er zusammen mit seiner Frau im Juni vorübergehend nach Dresden umziehen. „Als Trainer weiß man, dass man nicht dort, wo man sich aufhält, ein Leben lang verbringen wird“, sagte Neuhaus. „Wenn irgendwann alles mal vorbei ist, werden wir höchstwahrscheinlich nach Berlin zurückgehen.“ Das Geschehen bei Union verfolgt er noch. Zur Entwicklung des Vereins wollte er sich aber nicht äußern.

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