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Vierschanzentournee : Severin Freund reist vorzeitig ab

Die Jubiläums-Tournee endet für Severin Freund vorzeitig: Der Bayer reist wegen einer Erkrankung vor dem dritten Wettbewerb in Innsbruck ab.

Schluss, Aus, vorbei. Für Severin Freund ist die Vierschanzentournee frühzeitig beendet.
Schluss, Aus, vorbei. Für Severin Freund ist die Vierschanzentournee frühzeitig beendet.Foto: dpa

Müde und mit gesenkten Schultern schlurfte Severin Freund am Dienstag nach der Qualifikation für das Skispringen in Innsbruck von der Schanze. Auf Platz 47 war er gelandet. Und auch wenn er sagte, wie nervig die Situation für ihn gerade sei, so betonte er doch auch: "Ich stecke jetzt nicht auf." Eine Nacht später verkündete der Deutsche Ski-Verband: Freund steigt aus der Vierschanzentournee aus, wegen eines grippalen Infekts. Er war bereits am Dienstag abgereist. Bei seiner zehnten Teilnahme an der Vierschanzentournee beendete er sie zum ersten Mal vorzeitig – am Bergisel. Freund ist wirklich krank.„Ich habe mich von Sprung zu Sprung schlechter gefühlt", teilte er mit.

Die Pause wird Freund nun aber umso mehr brauchen. Denn er steht vor der schwierigen Herausforderung, dass er nach steten Steigerungen in seiner Karriere nun seinen ersten großen Rückschlag verkraften muss. Er muss sich nun aus diesem Tief herausziehen, wenn er die Saison bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Februar in Lahti noch retten will. Seine Erfolge sind Freund nie einfach so zugefallen, ein Wunderkind des Skispringens war er nie. Doch seit er 2012 einen Bandscheibenvorfall überstand, ging es für ihn nur aufwärts. Er wurde Weltmeister, Gewinner des Gesamtweltcups und Olympiasieger mit der Mannschaft.

Bei dieser Vierschanzentournee kam er in Oberstdorf auf Rang 20 und in Garmisch-Partenkirchen auf Platz 21. So schlecht war Freund im Weltcup zuletzt vor fünf Jahren gewesen.

Die ohnehin schon sehr geringe Chance, dass die Bergisel-Schanze in Innsbruck noch zu Freunds Lieblingsschanze werden könnte, ist nun wohl absolut gen Null gegangen. Vor einem Jahr stürzte er dort im Probedurchgang, wurde im Wettkampf zwar noch starker Zweiter, doch die Verletzung, die sich der Bayer dabei zuzog, setzt ihm in gewisser Weise noch immer zu, auch wenn sie keine Schmerzen mehr bereitet. Der 28-Jährige musste sich im April einer Hüftoperation unterziehen, konnte fast fünf Monate während der Vorbereitung nicht Ski springen – und sucht seither nach seiner Form.

Freund kämpft besonders mit Problemen beim Absprung – und dies zeigt erneut, wie sehr es im Skispringen auf die Nuancen ankommt. Wie sich eine Kleinigkeit enorm auf die Leistungen auswirken kann. Wenn nur ein Detail nicht funktioniert, bringt es alles durcheinander.

Freund kommt beim Absprung nicht hoch genug weg vom Schanzentisch. Bundestrainer Werner Schuster nennt es ein Koordinationsproblem. „Er verliert den Schwerpunkt und muss dann immer eine Kompensationsbewegung machen“, sagt Schuster. So ist Freund viel zu flach in der Luft und kann dies im Flug nicht mehr wettmachen. Der Fehler ist also bekannt, doch ihn zu beheben, ist umso schwieriger. Um das Koordinationsproblem abzustellen, muss ihm der Absprung wieder einige Male richtig gelingen. „So ist viel Zufall dabei“, sagt Freund. Zurückkommen will er aber unbedingt in diesem Winter: „Denn es gibt noch einiges zu holen.“

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