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Volleyball : BR Volleys verpflichten Francesco De Marchi

Die BR Volleys haben nach Tagesspiegel-Information den Italiener Francesco De Marchi verpflichtet. Mit dem vierten Neuzugang ist der Kader komplett, der mit neuen Reizen und Taktiken die Titelverteidigung bringen soll.

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Italiener bestellt. Francesco De Marchi ist der vierte Neuzugang der BR Volleys zur Saison 2014/15. Foto: Promo
Italiener bestellt. Francesco De Marchi ist der vierte Neuzugang der BR Volleys zur Saison 2014/15.Foto: Promo

Es kommt öfter vor, dass man seinen Nachfolger im Job einarbeitet. Seltener ist, ihn selbst zu suchen und einzustellen. Roko Sikiric, bisher Außenangreifer der BR Volleys und nun Sportdirektor, hat einen Ersatz für sich gefunden. Nach Informationen des Tagesspiegels wechselt Francesco De Marchi nach Berlin. Der Italiener übernimmt Sikiric’ Planstelle und ist damit der vierte und letzte Neuzugang des Deutschen Volleyball-Meisters, der nun seinen Kader für die kommende Saison komplett hat. De Marchi passt in die neue Klub-Strategie.

„Francesco ist genau der Spieler, den wir für die vakante Position gesucht haben“, sagt Trainer Mark Lebedew über den 28-Jährigen, der vom französischen Klub Rennes Volleys kommt und einen Einjahresvertrag unterschrieben hat. „Er ist ein nahezu kompletter Spieler, ist stark in der Annahme, aber auch im Angriff.“

Auch Manager Kaweh Niroomand ist zufrieden mit dem ersten Transfer, den sein neuer Mitarbeiter Sikiric eingefädelt hat. De Marchi ist zwar kein europäischer Spitzenspieler, aber stammt aus der angesehenen Volleyballschmiede Treviso, spielte lange in der italienischen Topliga und stand im erweiterten Weltligakader der Nationalmannschaft. Vor einigen Jahren sei es noch undenkbar gewesen, dass ein Italiener nach Deutschland wechselt, sagt Niroomand, meist war der Weg umgekehrt. Doch neben finanziellen Problemen vieler italienischer Klubs machten die Kontakte von Sikiric den Transfer möglich. „Wir haben viel gesprochen, Roko Sikiric hat auch in Italien gespielt, an ihn kann ich mich bei Problemen wenden“, sagt De Marchi, der wenig Englisch spricht, sich aber als Pionier sieht. „Ich will zeigen, wer ich bin.“

Die Gelegenheiten dazu werden begrenzt sein, immerhin spielen mit Robert Kromm und Kapitän Scott Touzinsky zwei der besten Volleys-Spieler auf seiner Position. Doch wie die übrigen Neuzugänge Erik Shoji, Christian Dünnes und Rob Bontje soll er für neue Reize sogen.

Die Neuzugänge sollen verhindern, dass die Volleys "in der Harmoniesoße ertrinken"

Die Volleys lebten zuletzt bei drei Meistertiteln in Serie von ihrer Eingespieltheit und dem Teamgeist, „aber wir mussten aufpassen, nicht in der Harmoniesoße zu ertrinken“, formuliert es Manager Niroomand. Im Erfolg nicht nachlassen, hieß die Herausforderung. Gleichzeitig sollte der Stammspielerkern intakt bleiben. Von den vier Abgängen gehörte nur Srecko Lisinac zur Startformation, die Neuzugänge dagegen seien das Beste, was der Geldbeutel hergab, sagt Niroomand. Der 33-jährige Bontje ist zwar nicht so athletisch wie Lisinac, aber war immerhin einmal Kapitän des niederländischen Nationalteams. Ihn konnten sich die Volleys nur leisten, weil sein polnischer Ex-Klub ihm weiter Gehalt zahlt. Die besser besetzte Bank soll den Volleys helfen bei ihren Zielen: den Meistertitel verteidigen und in der Champions League eine Runde weiter kommen. Und bietet mehr taktische Varianten. So wolle man dank Erik Shoji künftig mit zwei Liberos auflaufen, verrät Niroomand. „Jetzt ist der Trainer gefordert, aus mehr Breite Spitze zu formen“, sagt er. Hinter einigen Positionen stehe nun wieder ein Fragezeichen, wer spielt. „Ich freue mich schon auf das Niveau der Trainingseinheiten.“

Die wird nun künftig Sportdirektor Sikiric verfolgen, der nah am Team sein soll und Niroomand auch bei Scouting, Transfers und Jugendarbeit entlastet. „Ich werde den Spielern beim Trainingsstart Mitte August sagen, dass Roko jetzt sportlich der Chef ist“, sagt Niroomand. Neuzugänge, neue Taktik, intensivere Beobachtung von Team und Trainer, alles dient für den Manager einem Zweck: „Es darf sich keine Gewohnheit einschleichen.“

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