Sport : Volleyball nicht nur aus dem Bauch Australier Mark Lebedew ist neuer SCC-Trainer

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Foto: promo
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Berlin - Als Erstes musste einmal die Aussprache geklärt werden. „Wir haben uns auf Lebe-dju geeinigt“, sagte Manager Kaweh Niroomand grinsend, um eventuellen phonetischen Verwirrungen in Bezug auf seinen neuen Trainer vorzubeugen. Mark Lebedew also wird in der kommenden Saison die sportliche Betreuung der Volleyballmannschaft des SC Charlottenburg übernehmen. „Ich freue mich auf diese neue Herausforderung“, sagte der Australier, der zuvor den insolventen Zwangsabsteiger VC Franken trainiert hatte, gestern – und räumte mit diesem ersten Satz gleich Befürchtungen aus, er könne sprachlich seinem Vorgänger Andrej Urnaut nachfolgen.

Dass der SCC nach den Erfahrungen mit dem grummeligen Slowenen wieder einen Ausländer verpflichtet hat, verwunderte zunächst. Doch im Gegensatz zu Urnaut erläuterte der Australier in fließendem Deutsch, dass er es kaum erwarten könne, endlich anzufangen. „Es war uns sehr wichtig, dass die Kommunikation intern wie extern wieder funktioniert“, sagte Niroomand. Außerdem habe man jemanden gesucht, der Volleyball nicht nur aus dem Bauch heraus unterrichte, jedoch andererseits auch nicht nur aus Büchern referiere. Eine Mischung aus Urnaut und dessen Vorgänger Michael Warm also, dem als exzellentem Taktiker die Erfahrung als Spieler gefehlt hatte.

Die bringt der ehemalige australische Nationalspieler in jedem Fall mit. Zudem hat der 43-Jährige inzwischen 13 Jahre Erfahrung als Trainer, unter anderem in Wuppertal und Belgien, und er war Assistenztrainer in Polen und Italien. Seit April besitzt er eine Lizenz vom Weltverband. Vor allem aber, weil Lebedew sich in der Bundesliga gut auskennt, fiel die Wahl auf ihn, erläuterte Niroomand. Mit dem VC Franken erreichte er in der Vorsaison den sechsten Platz, obwohl lange nicht klar war, ob man die Saison zu Ende spielen würde. Das imponierte auch Kaweh Niroomand, der nun noch zwei Spieler zur Komplettierung seines Kaders sucht. Der Manager bestätigte gestern, dass auch Alan van de Loo und Jaromir Zachrich den Verein verlassen werden. Mit Aleksandar Spirovski werden Verhandlungen geführt. Sicher hat dabei nun auch Mark Lebedew ein Wörtchen mitzureden. Und dass sein Deutsch nicht ganz perfekt ist, hat für ihn auch Vorteile: „Wenn ich Deutsch spreche, habe ich keine Ahnung, was ich sage“, sagte er grinsend. Na dann.

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