Wechsel nach Leverkusen : Ballacks Rückkehr in die ewige zweite Heimat

Die Rückkehr von Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack zum Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen ist perfekt. Der 33-Jährige erhält einen Vertrag bis Juni 2012.

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Michael Ballack, hier beim Abschiedsspiel für Bernd Schneider, steht vor einer Rückkehr in die Bundesliga. Foto: dpa
Michael Ballack, hier beim Abschiedsspiel für Bernd Schneider, steht vor einer Rückkehr in die Bundesliga.Foto: dpa

Michael Ballack befand sich zuletzt in einer Situation, um den ihn Fußballer auf der ganzen Welt beneiden. Zwar wird er im September 34 Jahre alt und hat damit seine besten Fußballer-Jahre hinter sich. Zudem kuriert der Mittelfeldmann, dem der englische Meister FC Chelsea nach vier Jahren keinen neuen Vertrag gab, einen Syndesmose-Bandanriss aus und kann deshalb nicht an der Weltmeisterschaft in Südafrika teilnehmen. Dennoch jagten ihn Bundesliga-Vereine wie Hamburg, Wolfsburg und Leverkusen mit guten und noch besseren Angeboten

Nun ist eine Entscheidung gefallen, sie hat eine emotionale Note. Ballack wird zu dem Klub zurückkehren, bei dem er um die Jahrtausend-Wende zum Weltklasse-Fußballer reifte, zu Bayer 04 Leverkusen. Der Verein bestätigte den ablösefreien Transfer am Freitagnachmittag. Der 98-malige Nationalspieler macht mit seiner Familie Urlaub auf Sardinien, nach der Rückkehr nach Deutschland wird er seinen neuen, bis 2012 gültigen Bayer-Vertrag unterschreiben. Leverkusen versüßt ihm seine letzten Profijahre großzügig: Etwa zwölf Millionen Euro wird Ballack insgesamt verdienen, nach Ablauf des Vertrags würden ihn die Leverkusener gern als Repräsentanten in den Klub einbinden. Er könnte mittelfristig das zweite Gesicht des Vereins neben Sportdirektor Rudi Völler werden.

Vor allem diese schöne Zukunftsperspektive dürfte Ballack bewogen haben, sich für Bayer 04 zu entscheiden. Der ebenfalls an ihm interessierte VfL Wolfsburg soll ihm sogar noch mehr Geld geboten haben. Hinzu kommt, dass sich Ballack, der ein Haus in Leichlingen im Bergischen Land besitzt, in Leverkusen sehr wohl gefühlt hat. Dort spielte er von 1999 bis 2002. Besonders im Jahr 2002 verzauberte die von Klaus Toppmöller gecoachte Elf das europäische Publikum mit schönem, technisch anspruchsvollen Fußball. Sie erreichte das Finale der Champions League, das sie unglücklich mit 1:2 gegen Real Madrid verlor. Danach ging Ballack zum FC Bayern – und 2006 zum FC Chelsea.

In der von Jupp Heynckes trainierten Bayer-Mannschaft des Jahres 2010 soll Ballack nun wie in der Nationalelf den "Capitano" geben, die muntere Schar von jungen und talentierten Fußballern wie Arturo Vidal oder Stefan Reinartz stabilisieren. "Er soll die Leitfigur sein, die uns in der letzten Phase der vergangenen Saison gefehlt hat", sagt Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Leverkusen, ungeschlagener Bundesliga-Tabellenführer bis zur Winterpause, erlebte in den vergangenen Rückrunde einen Leistungsabfall, schloss die Saison auf dem vierten Platz ab und spielt somit in der Europa League. Mit Ballack dürfte Bayer 04 nun die Champions League anpeilen.

Mit dem 36-jährigen Abwehrchef Sami Hyypiä aus Finnland steht schon ein Anführer in seinem Team. Heynckes wird all seine Erfahrung einbringen müssen, damit die beiden Alphatiere auf dem Platz miteinander auskommen. Ballacks Position im defensiven Mittelfeld war bislang für Simon Rolfes reserviert, doch der schlägt sich seit Monaten mit Knieproblemen herum. Und niemand weiß, ob er jemals wieder vollständig genesen wird.

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