Wegen Rassismus' : John Terry für vier Spiele gesperrt

This is England. Wegen rassistischer Beleidigungen gegen einen Spieler wird Chelseas Kapitän John Terry für vier Spiele gesperrt und muss 280.000 Euro zahlen. Terry selbst schweigt und prüft weitere Schritte gegen das Urteil.

What the ...! John Terry schweigt, sein Management teilt mit, er sei enttäuscht über die Entscheidung.
What the ...! John Terry schweigt, sein Management teilt mit, er sei enttäuscht über die Entscheidung.Foto: AFP

Einer der spektakulärsten Fälle in Englands Fußball hat sein vorläufiges Ende gefunden: Der englische Fußballverband FA sperrt John Terry, Kapitän des Champions-League-Sieger FC Chelsea, wegen rassistischer Beleidigung für vier Spiele und brummt dem 31-Jährigen zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von knapp 280.000 Euro auf. In einer Stellungnahme am Donnerstag teilte die FA lapidar mit: „Terry habe missbräuchliche und/oder beleidigende Äußerungen getätigt, die zudem einen Bezug auf die Hautfarbe und Herkunft beinhalteten.“ Eine genaue und ausführliche Begründung liegt jedoch noch nicht vor.

Die FA sieht es als bewiesen an, dass Terry seinen Gegenspieler Anton Ferdinand von den Queens Park Rangers in einem Meisterschaftsspiel im Oktober 2011 wegen dessen dunkler Hautfarbe rassistisch beleidigt habe. Terry hatte die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Er ist nach dem Liverpooler Stürmer Luis Suarez der zweite Fußballprofi in England, der wegen Rassismus-Vorwürfen gesperrt wurde. Suarez wurde wegen beleidigender Äußerungen gegen den dunkelhäutigen Manchester-United-Profi Patrice Evra sogar für acht Spiele gesperrt.

Damit widersprach die FA auch dem Urteil eines Londoner Gerichts, das Terry noch im Juli vom Vorwurf des Rassismus freigesprochen hatte. Da der Fußball-Verband dennoch die Ermittlungen gegen Terry nicht einstellte, trat der Verteidiger sogar am vergangenen Wochenende, vor Beginn der vier Tage dauernden Untersuchung der FA, aus der Nationalmannschaft zurück.

„Herr Terry ist enttäuscht, dass die FA dem Urteil des Gerichts, ihn für unschuldig zu erklären, nicht gefolgt ist“, hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme von Terrys Management. Er habe um eine ausführliche, schriftliche Begründung der Strafe gebeten. Diese wolle er „in Ruhe prüfen“ und dann entscheiden, ob er gegen das Urteil Widerspruch einlege.

Die Causa Terry beschäftigt Englands Fußball bereits seit einem Jahr. Der Verband hatte Terry aufgrund der schwelenden Vorwürfe vor der Fußball-Europameisterschaft in diesem Sommer gar das Kapitänsamt entzogen, Nationaltrainer Fabio Capello trat daraufhin wenige Wochen vor Turnierbeginn zurück. Nachfolger Roy Hodgson verzichtete bei der Kaderzusammenstellung anschließend auf Rio Ferdinand, den Bruder des vermeintlichen Terry-Opfers Anton Ferdinand. Im Falle einer Nominierung Ferdinands hätte dieser wohl gemeinsam mit Terry die englische Innenverteidigung gebildet. (dapd)

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