Sport : Wer fliegt, ist frei

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Er hat einen Gegenspieler kommen sehen, dann wusste er „schon, als ich den Boden berührt habe, dass ich etwas falsch gemacht habe“. Shannon Cole war beim 0:0 gegen Gold Coast United in der Nachspielzeit in den Strafraum eingedrungen und wollte den Sieg erzwingen, mit einer Schwalbe und dem folgenden Elfmeter. Den gab es aber nicht, und jetzt soll Cole zahlen.

An seinen Klub. Der FC Sydney hat seit dieser Saison einen Kodex gegen Schwalben, und daran hat Cole, der sonst gute Ecken und Freistöße schießt, auch gleich denken müssen. Wie hoch die Geldstrafe ist, wurde nicht bekannt gegeben, es geht aber ums Prinzip.

Und um die Zukunft des Spiels. Wer möchte heute die Schwalbengeschichte von Andreas Möller missen? Selbst die alltäglichen Faller ohne ersichtlichen Grund von David Jarolim für den HSV fehlen ein bisschen, seit der nur noch selten spielt. Fußball ist Aufregung, ein klitzekleines Stück Anarchismus mit genügend Regeln. Und die muss man dehnen und brechen, wo es nur geht. Würden die Spieler dies nicht ständig versuchen, wäre Fußball wie in Watte gepackt und öde. Sie bei ihren Regelübertretungen zu beobachten und diese zu bewerten, bildet die Faszination. Ein politisch korrektes Fußballspiel wäre keines, schon gar nicht, wenn diese Korrektheit aus Angst vor Strafe entstünde. Man mag sich gar keinen Bundesligaspieltag ausmalen, an dem Fairplay selbstverständlich wäre und es keinen Preis mehr für die rühmliche Ausnahme geben würde.

Eine Schwalbe ist einfach nur unfair. Wunderbar.

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