Wer verlässt den 1. FC Union Berlin? : Letzte Ausfahrt Köpenick

Beim Zweitligisten 1. FC Union Berlin werden wohl sechs Spieler gehen, einer davon nach insgesamt 14 Jahren an der Alten Försterei.

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Zwei bleiben, einer geht: Maximilian Thiel (l.) und Fabian Schönheim (r.) spielen auch kommende Saison für Union Berlin. Björn Jopek hingegen wird den Verein nach 14 Jahren verlassen.
Zwei bleiben, einer geht: Maximilian Thiel (l.) und Fabian Schönheim (r.) spielen auch kommende Saison für Union Berlin. Björn...Foto: dpa

Am Sonntag tritt der 1. FC Union zum letzten Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig an. Traditionell werden vor dem Anpfiff jene Spieler verabschiedet, die keinen neuen Vertrag erhalten. Dem Vernehmen nach dürfte sich der Klub von folgenden Profis trennen:

Mario Eggimann: Der 34 Jahre alte Verteidiger konnte seit seiner Verpflichtung im Sommer 2013 kaum helfen. Mehrere Verletzungen ließen ihn bei Union nie wirklich ankommen. Der Schweizer WM-Teilnehmer von 2010 bestritt in zwei Jahren lediglich 17 Zweitliga-Partien, in dieser Saison reichte es nur zur zwei Kurzeinsätzen. Von seiner letzten Sprunggelenksblessur hat sich der Routinier nicht erholt, ihm droht das Karriereende.

Björn Jopek: Die Option für eine Vertragsverlängerung zog Union nicht. Trotz seiner zwei Treffer gegen Ingolstadt (2:2) dürfte für das seit 14 Jahren bei Union spielende Eigengewächs der Ball zukünftig woanders rollen. Beim 3:1 in Frankfurt bekam Eroll Zejnullahu (Vertrag bis 2018) auf der Doppelsechs den Vorzug. Mit Stephan Fürstner (Greuther Fürth) und Dennis Daube (FC St. Pauli) hat Union schon Spieler verpflichtet, die Jopek höherwertiger ersetzen sollen. Jopek fehlt es an Schnelligkeit, aber die Spielstärke des 21-Jährigen und die Erfahrung von 54 Zweitligaspielen dürfte sicher Zweit- und Drittligisten interessieren.

Martin Kobylanski: Der polnische U-20-Nationalspieler erzielte in den letzten beiden Partien gegen Aue (1:2) und in Frankfurt (3:1) zwei seiner drei Saisontore. Die Kaufoption für die Leihgabe von Werder Bremen zog Union nicht. Weil der Offensivmann in seinen 18 Einsätzen zu selten überzeugte, strebte Union auch keine Verhandlungen über eine Reduzierung des Kaufpreises an. Kobylanski kehrt wohl nach Bremen zurück, wo er noch ein Jahr lang unter Vertrag steht. Werder-Trainer Viktor Skripnik kennt ihn aus der zweiten Bremer Mannschaft. Dass Kobylanski künftig für die Werder-Profis aufläuft, ist aber eher unwahrscheinlich.

Björn Kopplin: Der Verteidiger wird zum zweiten Mal in seinem Leben Union verlassen. Als Teenager zog es ihn zum FC Bayern. Die Zeit seit seiner Rückkehr zu Union 2012 bezeichnet er als „unglücklich“. 35 Einsätze in 36 Monaten befriedigten den 26-Jährigen nicht. „Ich glaube, dass ich viele ordentliche Spiele gemacht habe. Die Frage ist nur, ob ordentlich reicht“, sagt Kopplin. In Frankfurt ersetzte er den erkrankten Christopher Trimmel. Kopplin spielte stark, musste aber verletzt raus. Für ihn kommt der Braunschweiger Benjamin Kessel, zudem ist Union in Gesprächen mit Ex-Hertha-Profi Fanol Perdedaj. Kopplin hat aber seinen Humor nicht verloren. Er sagt: „Irgendwo wird man mich schon sehen. Und wenn es im Stadion am Grill ist.“

Valmir Sulejmani: Der 19-jährige Kosovare wurde im Januar als Ersatz für den verletzten Mittelfeldspieler Maximilian Thiel von Hannover 96 ausgeliehen. Sulejmani machte sechs Spiele, nur das gegen Absteiger VfR Aalen (1:1) von Beginn an. Eine Kaufoption gab es nicht. Inzwischen ist Thiel wieder fit. Sulejmani stand in Frankfurt nicht einmal im Kader.

Sebastian Polter: Der 13-fache Torschütze ist inzwischen ein Publikumsliebling. Er spürt die Wärme, die ihm bei Union entgegenschlägt. Der Verein hat sich wohl gestreckt, um der Leihgabe von Mainz 05 ein Angebot zu machen. Polter fühlt sich geehrt, hegt aber auch Erstliga-Ambitionen. „Laut Vertrag gehe ich zurück. Aber man hat im Fußball schon so viel erlebt“, sagt der pokernde Polter. Am Sonntag meinte der 24-Jährige, dass noch alles offen sei. Sein Verbleib bei Union wäre aber eine kleine Sensation.

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