Wieder spätes Tor bei der Fußball-EM : Italien schlägt Schweden doch noch 1:0

Lange war es Fußball zum Abgewöhnen in Toulouse. Dann traf Eder kurz vor Schluss zum 1:0 für Italien, das damit das EM-Achtelfinale erreicht hat.

Ballsicher. Italiens Torwart Gianluigi Buffon bleibt auf Sicherheitsabstand zu Zlatan Ibrahimovic.
Ballsicher. Italiens Torwart Gianluigi Buffon bleibt auf Sicherheitsabstand zu Zlatan Ibrahimovic.Foto: Reuters

Eder hat Italien mit seinem späten Treffer gegen Schweden vorzeitig das Achtelfinal-Ticket beschert. Auf der anderen Seite droht Zlatan Ibrahimovic schon das Aus in der Vorrunde bei der Fußball-EM. Dank des Treffers des Profis von Inter Mailand in der 88. Minute siegte Italien am Freitag vor 26 900 Zuschauern in Toulouse trotz enttäuschender Leistung 1:0 (0:0) gegen Schweden. Die Azzurri führen die Gruppe E souverän mit sechs Punkten an. Ibrahimovic und Co. müssen hingegen nach nur einem Punkt aus zwei Spielen um die Achtelfinal-Teilnahme zittern. Gegen Belgien ist schon ein Sieg Pflicht, ansonsten droht wie 2008 und 2012 das Aus in der Vorrunde.

Die von Startorhüter Gianluigi Buffon angeführten Italiener zeigten sich wie schon beim überraschenden 2:0 gegen Belgien in der Defensive bestens strukturiert, das Offensivspiel war dagegen von großer Ideenlosigkeit geprägt. Der Vize-Europameister überließ gar dem Drei-Kronen-Team teilweise die Spielkontrolle und wartete nur auf mögliche Konter. Die Minimalisten-Taktik ging zwei Minuten vor Schluss auf, als sich Eder geschickt durchsetzte und zum Sieg einschoss.

In der ersten Halbzeit entwickelte sich ein unansehnliches Spiel ohne Höhepunkte und Torchancen. Die Schweden waren die etwas aktivere Mannschaft, gegen den Defensivverbund fanden sie aber keine Mittel. So wurde Buffon, der mit seinem 15. EM-Spiel auf Platz drei der Rekordspieler vorrückte, nicht einmal ernsthaft gefährdet.

Bei den Schweden war alles auf Ibrahimovic ausgerichtet. Die Mitspieler suchten den Angreifer bei fast jeder Offensivaktion. Doch der einzige Schwede mit außergewöhnlichem Talent konnte sich gegen die kantigen Routiniers in der italienischen Verteidigung kaum durchsetzen.

Lange Zeit war es ein unansehnliches Spiel in Toulouse

Mehrere Male ließ er sich ins Mittelfeld zurückfallen, um sich der engen Bewachung zu entziehen. Früh haderte Ibrahimovic, wenn Zuspiele seiner Teamkollegen nicht ankamen. Und das passierte relativ häufig. Nur die gelegentlichen Vorstöße von Linksverteidiger Martin Olsson, dessen Schwager Dirk Nowitzki auf der Tribüne saß, sorgten für etwas Unruhe in der italienischen Abwehr.

Die zweite Halbzeit begann mit einem kleinen Aufreger, als Giorgio Chiellini den Schweden John Guidetti auflaufen lief. Der ungarische Schiedsrichter Viktor Kassai erachtete die Szene als weniger schlimm und verzichtete auf eine Karte. Guidetti war ähnlich wie Albin Ekdal vom Hamburger SV in die Startelf gerückt.

Ab und zu wurde auch mal Fußball gespielt. Für den Torschuss von Graziano Pellè, der deutlich das Ziel verfehlte, waren die Zuschauer schon dankbar (49.). Die Mannschaft von Trainer Antonio Conte traute sich im zweiten Durchgang etwas mehr aus der Deckung, ohne wirklich Gefahr zu entwickeln.

Die vielen schwedischen Fans auf der Tribüne ließen sich von dem unansehnlichen Spiel aber nicht die Laune verderben und unterstützten ihre Mannschaft weiter lautstark. In der 72. Minute hatten sie gar den Torschrei auf den Lippen, als Ibrahimovic aus einem Meter den Ball nach einer Flanke von Olsson nicht im Tor unterbringen konnte. Doch alle Aufregung war umsonst, der Torjäger stand im Abseits.

So dauerte es bis zur 82. Minute, ehe der Italiener Marco Parolo die erste echte Torchance besaß. Sein Kopfball berührte sogar noch die Latte des schwedischen Tores. So deutete sich das Tor der Italiener bereits an. (dpa)

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