• WM 2014: Italien doch im Finale: Nicola Rizzoli pfeift Endspiel zwischen Deutschland und Argentinien

WM 2014: Italien doch im Finale : Nicola Rizzoli pfeift Endspiel zwischen Deutschland und Argentinien

Der Schiedsrichter im WM-Endspiel kommt aus Italien. Trikottechnisch hat Deutschland am Sonntag ein klares Heimspiel. Und auch sonst fliegen der DFB-Elf weltweit die Herzen zu. Ein Verdienst von Joachim Löw? Der Tag im WM-Blog!

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Nicola Rizzoli pfeift das WM-Finale am Sonntag.
Nicola Rizzoli pfeift das WM-Finale am Sonntag.Foto: AFP

23.00 Uhr: Und das war es für heute vom WM-Blog. Auch am Samstag sind wir wieder rund um die Uhr für Sie da. Und dann wird ja auch wieder Fußball gespielt. Das Spiel um Platz drei steht auf dem Programm, auch wenn die beiden beteiligten Teams aus Brasilien und Holland auf eine Teilnahme lieber verzichtet hätten. Mehr dazu und natürlich auch zur deutschen Mannschaft lesen Sie im nächsten WM-Blog. Bis dahin eine gute Nacht!

22.15 Uhr: IOC-Präsident Thomas Bach hat WM-Gastgeber Brasilien für die Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft in höchsten Tönen gelobt. "Brasilien kann sehr stolz sein auf die Organisation der 'Copà, und wir sind sicher, dass die Welt während der Olympischen Spiele 2016 (in Rio) sehen wird, wofür Brasilien steht: Leidenschaft und Effizienz zur gleichen Zeit", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees am Freitag nach einem Treffen mit Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff in Brasília. Die Staatschefin habe ihm ihren Einsatz für einen Erfolg der Spiele zugesichert.

21.30 Uhr: Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft 1986 im WM-Finale auf Argentinien traf, waren die Sympathien klar verteilt. Deutschland war eine Kämpfertruppe mit ein paar Stars. Mehr geachtet, denn geliebt. Die Sympathien gehörten Diego Maradona und seinem Team. Das Image der Panzer heftete der DFB-Elf noch lange an. Inzwischen hat sich das Bild geändert. Die deutsche Mannschaft hat weltweit Fans gewonnen, die Mehrheit der Fußballanhänger wünscht Joachim Löw und seinem Team am Sonntag den WM-Titel. Sogar die Engländer, einst besonders erfinderisch in der Zurschaustellung ihrer Abneigung gegenüber dem deutschen Fußball, sind übergelaufen. Unser Reporter Lucas Vogelsang hat das gerade selbst in Brasilien wieder erlebt. Wie sich diese neue Zuneigung zu Deutschland konkret darstellt, lesen Sie hier. Verantwortlich dafür sind natürlich in erster Linie die Spieler, doch hinter allem steht Joachim Löw. Der Bundestrainer hat den deutschen Fußball reformiert, ihn attraktiv gemacht. Oder erntet er nur die Früchte der Arbeit anderer? Was denken Sie? Diskutieren Sie mit!

21.00 Uhr: Wer wird als bester Spieler der WM mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet? Vier deutsche Akteure dürfen sich Hoffnung auf die Trophäe machen. Mats Hummels, Toni Kroos, Philipp Lahm und Thomas Müller gehören zu den zehn Profis, die die FIFA am Freitag für diesen Preis nominierte. Die weiteren Anwärter sind die Argentinier Ángel di María, Javier Mascherano und Lionel Messi, Brasiliens verletzter Superstar Neymar, Kolumbiens Torjäger James Rodríguez und Hollands Flügelflitzer Arjen Robben. Für die Ehrung als bester Torhüter der WM-Endrunde wurden DFB-Keeper Manuel Neuer, der Argentinier Sergio Romero und Keylor Navas aus Costa Rica vorgeschlagen. Um den Preis des besten Nachwuchsspielers kämpfen der Niederländer Memphis Depay sowie die Franzosen Paul Pogba und Raphael Varane. 2006 war Lukas Podolski in dieser Kategorie ausgezeichnet worden, 2010 Thomas Müller. Die Gewinner werden von der Technischen Studiengruppe der FIFA gekürt und nach dem Finale zwischen Deutschland und Argentinien am Sonntagabend bekannt gegeben. Schon jetzt darf natürlich diskutiert werden, wer der beste Spieler des Turniers war. Und ob Manuel Neuer nicht vielleicht sogar in zwei Kategorien hätte aufgeführt müssen? Welcher Spieler ist Ihr Favorit?

20.40 Uhr: Die deutsche Nationalmannschaft und Argentiniens Auswahl treten im WM-Finale am Sonntag in den gleichen Trikotfarben an wie beim bislang letzten deutschen WM-Titel 1990. Wie der Weltverband FIFA am Freitag mitteilte, wird das DFB-Team als offizielle Heimmannschaft im gewohnten Weiß spielen. Anders als beim 1:0 vor 24 Jahren sind auch die Hosen weiß, damals waren sie schwarz. Die Argentinier laufen wie seinerzeit in Rom in dunkelblauen Trikots auf. 1986 in Mexiko-Stadt durfte die „Albiceleste“ im Finale wie sonst üblich in den weiß-blau-gestreiften Hemden spielen, das DFB-Team wich auf grüne Trikots und weiße Hosen aus - und verlor 2:3.

20.30 Uhr: Der FIFA-Ticketpartner Match Services hat seinen Topmanager Ray Whelan erneut gegen jeden Verdacht des illegalen Handels mit WM-Eintrittskarten verteidigt, berichtet dpa. Eine angebliche Flucht des Briten vor den Behörden wurde zudem dementiert. Whelan befinde sich bei seinem Anwalt. Dieser habe nach einer Ablehnung zur Aufhebung des Haftbefehls gegen Whelan eine Prüfung dieser Entscheidung beantragt. „Nach unserem Verständnis hat jeder Beschuldigte in Brasilien das fundamentale Recht, sich einer Verhaftung zu entziehen, wenn er der Meinung ist, diese sei willkürlich und illegal“, hieß es von Match Services am Freitag.

19.55 Uhr: Lionel Messi bleibt ein großes Thema. Unser Kolumnist Lucien Favre ist nicht übermäßig beeindruckt von den Leistungen des argentinischen Superstars. Deswegen hat der Trainer von Borussia Mönchengladbach auch einen ganz klaren persönlichen Favoriten für das Finale am Sonntag. Lesen Sie die Kolumne hier!

19.40 Uhr: Schiedsrichter Nicola Rizzoli aus Italien wird am Sonntag das Finale zwischen Deutschland und Argentinien leiten. "Wir wählen die besten Schiedsrichter für die besten Spiele aus. Und der Italiener wird das Finale leiten", sagte Jim Boyce, der Vorsitzende der Fifa-Schiedsrichterkommission. Die Berufung von Rizzoli gilt als Überraschung, denn eigentlich war erwartet worden, dass bei einem Finale zwischen Teams aus Südamerika und Europa ein Unparteiischer aus einem anderen Kontinentalverband zum Einsatz kommt. Rizzoli leitete beim WM-Turnier in Brasilien schon zwei Spiele der Argentinier - das Gruppenspiel gegen Nigeria und das Viertelfinale gegen Belgien. Dazu pfiff Rizzoli in der Vorrunde die Partie Spanien - Niederlande, bei der er einen strittigen Elfmeter für die Spanier gab und später ein Tor der Holländer trotz vorhergehender Torwartbehinderung anerkannte.

19.25 Uhr: Wo sind eigentlich Berliner zu finden, die nicht die deutsche Elf anfeuern? Vielleicht an der Argentinischen Allee in Berlin-Zehlendorf (siehe Bildergalerie unten)? Unser Autor Christoph Stollowsky hat sich dort mal umgeschaut. Sein Protokoll eines erfolglosen Rundgangs lesen Sie hier.

Die Argentinische Allee in Bildern
Diese Radfahrerin trägt eindeutig weiß und blau, die Farben Argentiniens. Oder ist das türkis?Weitere Bilder anzeigen
1 von 14Foto: Thilo Rückeis
11.07.2014 18:06Diese Radfahrerin trägt eindeutig weiß und blau, die Farben Argentiniens. Oder ist das türkis?

19.10 Uhr: Lionel Messi ist der große Hoffnungsträger bei Argentinien, ein etwas kleinerer ist Angel di Maria. Der am Oberschenkel verletzte Mittelfeldstar von Real Madrid absolvierte auch am Freitagnachmittag im WM-Quartier in Belo Horizonte ein verschärftes Lauftraining und steigerte dabei die Intensität gegenüber dem Vortag. Di Maria versuchte gezielt schnelle Tempo- und Richtungswechsel, eine Kamera filmte ihn dabei durch eine Lücke im Sichtschutz des ansonsten komplett für die Öffentlichkeit abgesperrten Trainingsplatzes. Di Maria hatte sich während der Viertelfinal-Partie gegen Belgien am Oberschenkel verletzt. Der 26-Jährige fehlte deshalb beim Halbfinal-Sieg gegen die Niederlande.

18.50 Uhr: Das 7:1 der deutschen Mannschaft im Halbfinale gegen Brasilien ist immer noch ein großes Thema. Glaubt man der englischen Zeitung "Daily Mirror", hat das DFB-Team in der Halbzeitpause beschlossen, den Gegner nach dem Wechsel nicht noch zusätzlich zu demütigen. Das Blatt zitiert Mats Hummels mit den Worten: "Man muss dem Gegner Respekt zeigen und das haben wir getan. Wir haben nicht versucht zu zaubern, sondern unser Spiel 90 Minuten durchgezogen."

Den Papst in der Tasche und die Wissenschaft auf ihrer Seite: Messi und Argentinien gehen als Favoriten ins Finale. Oder doch nicht?
Den Papst in der Tasche und die Wissenschaft auf ihrer Seite: Messi und Argentinien gehen als Favoriten ins Finale. Oder doch...Foto: AFP

18.20 Uhr: Aus Argentinien kommt eine interessante Meldung zu Alejandro Sabella. Einem Bericht der Sportzeitung „Olé“ zufolge wird der argentinische Nationaltrainer nach dem WM-Endspiel gegen Deutschland sein Amt niederlegen. Das Blatt berief sich am Freitag auf Sabellas Agenten Eugenio López. „Er geht. Was auch immer passiert, Sabella wird die Nationalmannschaft verlassen. Mit oder ohne Titel geht ein Zyklus zu Ende“, sagte López,
schränkte aber ein, das sei zumindest, was er selbst denke: „Er kann seine Meinung ändern, aber im Moment glaube ich es nicht.“ Der 59-Jährige habe immer überlegt, die WM abzuschließen und sich dann von der Auswahl zu verabschieden.

18.00 Uhr: Zum Finale am Sonntag in Rio hat sich viel Prominenz aus Politik und Show angesagt. Wie berichtet haben aus Deutschland Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck ihr Kommen zugesagt. Bei der Abschlusszeremonie wird Sängerin Shakira nach 2006 und 2010 zum dritten Mal in Folge bei einer WM auftreten, ebenso sind der Hip-Hop-Star Wyclef Jean und Gitarren-Legende Santana dabei. Das brasilianische Model Gisele Bündchen ist für die Präsentation des WM-Pokals eingeplant. Begleitet wird sie von Carles Puyol, der die Trophäe recht gut kennt - 2010 gewann er sie mit der spanischen Nationalmannschaft. Was die ganze Liste der Ehrengäste angeht, will sich die Fifa bis zum Samstag bedeckt halten, berichtet dpa. Erwartet wird aber, dass auch der russische Präsident Wladimir Putin nach Rio reist. Russland ist 2018 nächster WM-Gastgeber.

17.45 Uhr: Die WM ist auch immer eine große Bühne für Möchtegernkünstler. Durch das Netz geistern zahlreiche WM-Songs, auf YouTube gibt es gleich noch die Videos dazu. Einer, der auf den großen Durchbruch, hofft ist Randy Martino. Im wahren Leben heißt er Reiner Bley und ist Polizist in Berlin. Sein Song "Ola Brasil" erfüllt zumindest die formalen Voraussetzungen für einen erfolgreichen WM-Hit, schreibt unser Kollege Nikolas Kappe: Simpler Text und Bässe im Viervierteltakt. Das gefällt allerdings nicht jedem. Lesen Sie hier mehr zu Randy Martino.

17.12 Uhr: Auch das noch, jetzt hilft wohl nur noch beten, oder? Informatiker der Freien Universität Berlin sehen ein knappes WM-Finale voraus, meldet dpa. Mit hochkomplexen statistischen Algorithmen haben sie errechnet, dass Argentinien einen Hauch vorn liegt. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Argentinien gewinnt, liegt bei 51 Prozent. Ein Sieg des deutschen Teams ist zu 49 Prozent wahrscheinlich“, sagte Entwickler Raul Rojas.

Die Software für ihren „WM-Simulator“ entwickelten die Informatiker selbst. Sie berücksichtigt unter anderem den Marktwert eines Spielers oder das Durchschnittsalter des Teams als Einflussfaktoren für Sieg oder Niederlage. Sie rechnet aber auch ein, dass die Argentinier auf ihrem Kontinent spielen. Fiele dieser Aspekt heraus, wäre das deutsche Team mit einer Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent Favorit im Kampf um den Titel, sagte Rojas.

16.55 Uhr: Wenn sich das mal nicht rächt: Trikothersteller Adidas stickt schon am vierten Stern. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" (Freitagausgabe) sollen die neuen DFB-Trikots nur wenige Tage nach dem Finale in den Handel kommen. Das Unternehmen aus Herzogenaurach habe bereits neue Modelle mit einem vierten Stern, der für die Anzahl der deutschen WM-Titel steht, auf Lager.

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