WM 2014 - Lauter Angstgegner für Deutschland : Der Weg zum WM-Titel wird kein leichter sein

Am ersten spielfreien WM-Tag blieb Luis Suarez ein Thema, auch Franz Beckenbauer meldete sich zu Wort. Und dann ist da noch der Weg der Deutschen in ein mögliches Endspiel. Leicht wird der nicht. Aber dafür winkt ein verdienter Titelgewinn.

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Das Ziel seiner Träume. Joachim Löw und der WM-Pokal.
Das Ziel seiner Träume. Joachim Löw und der WM-Pokal.Foto: dpa

19.00 Uhr: Und das war es von unserem WM-Blog am ersten spielfreien Tag des Turniers. Für Franz Beckenbauer war es ein guter Tag, für Luis Suarez eher nicht - auch wenn er prominente Unterstützung erhalten hat. Und was ist mit der deutschen Mannschaft. Die freut sich auf ein Achtelfinale gegen Algerien, aber bevor es am Montag so weit ist, sind am Wochenende erst einmal die südamerikanischen Teams gefordert. Und dazu haben wir noch Kleinigkeit von unserem WM-Reporter Sven Goldmann für Sie. Der hat mal versucht herauszufinden, warum diese WM zumindest bisher eine kleine Copa Südamerika ist. Mehr hier und am Samstag versorgen wir Sie natürlich auch wieder den ganzen Tag in unserem WM-Blog mit Neuigkeiten aus Brasilien.

18.10 Uhr: Auf dem Weg ins Finale würde Deutschland nach Algerien (Bilanz siehe unten) vermutlich noch auf andere Angstgegner treffen. Ein realistischer Viertelfinalgegner ist Frankreich. Die deutsche Bilanz ist hier negativ, seit 1990 gab es fünf Niederlagen und ein Unentschieden. Dafür siegte das deutsche Team beim letzten Duell 2013 in Paris 2:1. Im Halbfinale würde dann wohl der Kampf mit dem Gastgeber Brasilien anstehen. Das dürfte die schwerste Mission des Turniers sein; hinzu kommt, dass Deutschland auch gegen Brasilien eine äußerst dürftige Bilanz hat. In 21 Spielen gelangen nur vier Siege, das einzige Aufeinandertreffen bei einer WM verlor die Nationalelf im Finale 2002. Als Dessert sind im Finale von Rio entweder Argentinien oder Holland zu erwarten. Wer so ein Programm übersteht, ist auf jeden Fall verdient Weltmeister, meint Tagesspiegel-Kollege Christian Hönicke.

17.50 Uhr: Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke hat den WM-Organisatoren zum Abschluss der Gruppenphase ein gutes Zeugnis ausgestellt, besonders aber die sportliche Qualität des Turniers in Brasilien hervorgehoben. „Diese WM wird in Erinnerung bleiben, als eines der besten, wenn wir über die Qualität des Fußballs sprechen“, sagte Valcke am Freitag in Rio de Janeiro. Die Begeisterung der Fans im ganzen Land habe gezeigt: „Brasilien ist der Ort, an dem man sein muss.“ Sportminister Aldo Rebelo zeigte sich erleichtert, dass es bislang nicht wie im Vorjahr zu Protesten auf den Straßen gekommen ist. Diese hätten nämlich „nichts mit dem Fußball zu tun“ gehabt.

17.30 Uhr: Beim WM-Eröffnungsspiel in São Paulo zwischen Gastgeber Brasilien und Kroatien wäre es beinahe zu einem ernsten Zwischenfall mit einem im Stadion postierten Scharfschützen gekommen, berichtet dpa. Wie Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Gruppenphase am Freitag in Rio de Janeiro bestätigte, hatte das Mitglied einer Spezialeinheit um Freigabe zum Schuss auf eine Person in unmittelbarer Nähe von Staatspräsidentin Dilma Rousseff angefragt. Der Grund hierfür war, dass er eine Person mit einer Waffe zwei Plätze neben der Politikerin entdeckt hatte. Bei dem Mann handelte es sich allerdings ebenfalls um eine Sicherheitskraft, die jedoch mit der Waffe nicht an diesem Platz hätte sein dürfen. Der Mann wurde aus der Umgebung der Präsidentin entfernt. Die Freigabe zu einem Schuss wurde dem Scharfschützen nicht erteilt.

17.00 Uhr: Der erste Druck ist beim deutschen Team nach der überstandenen Gruppenphase abgefallen. „Es wäre eine Schande gewesen, wenn wir nicht ins Achtelfinale eingezogen wären“, sagte Torhüter Manuel Neuer. Am Freitag belastete Löw wie üblich nach den Spielen nur die Teilzeitkräfte und Reservisten wie Khedira im Training stärker. Von der medizinischen Abteilung kam die gute Nachricht, dass kein Spieler im Kampfspiel gegen die USA eine größere Blessur erlitten hat. Zum „Man of the Match“ wurde zum zweiten Mal der vierfache Turniertorschütze Müller gewählt. „Das fühlt sich gut an, wenn man sich auf seine Fähigkeiten verlassen kann, das nötige Glück hat und es läuft“, sagte der 24-Jährige.

16.40 Uhr: Wie war das noch gleich mit den Gelben Karten und möglichen Sperren in der K.o.-Phase? Die Karten aus der Vorrunde werden auch bei dieser WM mit in die K.o.-Spiele genommen, wer also im Achtel- oder Viertelfinale seine Zweite Gelbe Karte kassiert, wird für das nächste Spiel gesperrt. Erst nach dem Viertelfinale werden die noch offenen Karten gestrichen. Das heißt: Im Halbfinale kann es noch gelbgesperrte Spieler geben, im Endspiel nicht mehr. Bei den Deutschen ist Benedikt Höwedes nach der Gruppenphase der einzige Spieler, der schon einmal Gelb gesehen hat.

Fußballfan in Montevideo hält Transparent als Unterstützung für Luis Suárez.
Die Zahnreihen fest geschlossen: Uruguay steht hinter dem Beißer Luis Suárez. "Luisito wir unterstützen dich", heißt es hier auf...Foto: Reuters

16.25 Uhr: Wie bereits angedeutet: Die Historie spricht im Duell mit Deutschland für die Algerier. Denn gegen kaum ein anderes Land hat die deutsche Nationalmannschaft eine derart schlechte Bilanz. Zwei Spiele, zwei Niederlagen. Am Neujahrstag 1964 gab es ein Freundschaftsspiel in Algier, dass die Gastgeber mit 2:0 für sich entschieden. 1982 dann das Aufeinandertreffen in Gijon: Algerien schlug Deutschland im Auftaktspiel der WM in Spanien mit 2:1. Die Deutschen um Karl-Heinz Rummenigge, Paul Breitner und Felix Magath bekamen in der Gruppenphase bekanntermaßen noch die Kurve und sicherten sich durch den viel zitierten "Nichtangriffspakt" von Gijon das Weiterkommen - Algerien schied aus, während Deutschland bis ins Finale zog und dort Italien unterlag.

Besser als die Deutschen machte es übrigens die DDR-Auswahl: Die konnte in fünf Duellen mit den Algeriern vier Siege und ein Unentschieden erzielen.

16.05 Uhr: Prämienstreit jetzt auch bei Nigeria. Vier Tage vor dem Achtelfinale am Montag gegen Frankreich in Brasília griffen die Spieler zum fast schon traditionellen Trainingsboykott. Das Team erschien am Donnerstagabend (Ortszeit) nicht zum vereinbarten Training im Estádio Brinco de Ouro in Campinas bei São Paulo, wie die dpa berichtet.

Die Spieler debattierten stattdessen nach übereinstimmenden Medienberichten über die Prämien. Nach Angaben des Internetportals „africanfootball“ wollen die Spieler jeweils 30 000 Dollar für das Erreichen der K.o.-Runde. Musa Amadu, der Generalsekretär des Verbandes, soll nach Nigeria geflogen sein, um das Geld zu besorgen, berichtet „kickoffnigeria“. „Das Bargeld war nur für die Gruppenphase herausgegeben worden, daher muss er mehr holen für die zweite Runde“, zitiert das Internetportal einen Offiziellen des Verbandes. Am Freitag soll die Nationalmannschaft nach Brasília abreisen.

Nigeria ist bereits das dritte afrikanische Team, das mit Prämien-Problemen zu kämpfen hat. Ghanas Spieler hatten wegen der ausbleibenden Zahlungen mit Trainingsboykott reagiert, wurden in einer spektakulären Aktion in Brasília bar ausgezahlt, ehe sie am Donnerstag gegen Portugal verloren. Auch bei den längst ausgeschiedenen Kamerunern hatte es vor der WM Streitereien über die Prämien gegeben, weshalb die Spieler verspätet in Brasilien eintrafen.

15.55 Uhr: Inzwischen hat auch die Fifa bestätigt, dass die provisorische Sperre von Franz Beckenbauer wegen eines vermeintlichen Verstoßes gegen den Ethik-Code aufgehoben wurde.

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