Sport : Wo Olympia sich wohl fühlt

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Die Olympischen Sommerspiele 2020 werden in einem demokratischen Land stattfinden. In einem mit großer Begeisterung für den Sport. Das ist eine erstaunliche Nachricht, nachdem zuletzt vor allem autoritäre Staaten ohne sportliche Infrastruktur die größten Ereignisse des Sports ins Land holen konnten. Das Internationale Olympische Komitee hat jetzt jedoch Doha und Baku für die Sommerspiele 2020 aus dem Rennen genommen und für die Abstimmung im September 2013 nur Tokio, Istanbul und Madrid durchgewinkt.

Die Reflexe funktionieren nun andersherum. Während Europa nach der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar „Korruption!“ schrie, sehen die Kataris in ihrem olympischen Ausschluss eine zu „1000 Prozent politische Entscheidung“. Beides mag stimmen, interessant ist aber auch, dass das IOC seine Auswahl nicht feiert, sondern eher besorgt reagiert. Madrid sei ein unsicherer Kandidat wegen der Staatsverschuldung. Istanbul bewirbt sich auch noch für die Fußball-EM 2020, was eigentlich ein Ausschlusskriterium wäre. Zweite Wahl will Olympia nicht sein. Und Tokio habe noch mit den Folgen von Fukushima zu kämpfen. Das IOC kann eben nicht leugnen, sich in autoritären Staaten doch ganz wohl zu fühlen. Dort wird ihm noch immer der Rote Teppich ausgerollt, und das Regime erfüllt bereitwillig alle olympischen Wünsche.

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