Wolfsburg - Dortmund 1:3 : BVB siegt unverschämt souverän in Wolfsburg

Borussia Dortmund zeigt vor dem Topspiel gegen die Bayern keine Nerven und siegt bei den heimstarken Wolfsburgern souverän mit 3:1. Der VfL hingegen muss einen Dämpfer im kampf um die Europa-League-Plätze hinnehmen.

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Der Meister bleibt auf Kurs. Verfolgt von Shinji Kagawa feiert der Dortmunder Robert Lewandowski das erste seiner beiden Tore in Wolfsburg.
Der Meister bleibt auf Kurs. Verfolgt von Shinji Kagawa feiert der Dortmunder Robert Lewandowski das erste seiner beiden Tore in...Foto: AFP

Starke Flanken von Ashkan Dejagah, dem Laufwunder im Team des VfL Wolfsburg, bescherten ihnen in der Schlussphase noch ein paar schwache Momente. Aber die Art und Weise, mit der der deutsche Fußballmeister Borussia Dortmund sich auch am 29. Bundesliga-Spieltag durchsetzte, war insgesamt fast schon unverschämt souverän. Der 3:1 (1:0)-Erfolg in Wolfsburg, den zwei Treffer von Robert Lewandowski und ein Kunstschuss von Ilkay Gündogan möglich machten, war mehr als verdient. Dass die Wolfsburger durch ihren Torjäger Mario Mandzukic zum Ehrentreffer kamen und nach einer wirklich schönen Hereingabe von Dejagah in der 61. Minute auf 1:2 verkürzten konnten, änderte nur die Statistik, aber nichts an den Kräfteverhältnissen. Die spielerische Überlegenheit der Dortmunder bei ihrem Kampf um den erneuten Titelgewinn dürfte wohl alle im Wolfsburger Stadion beeindruckt haben.

Das Dortmunder Bemühen, sich dem Gipfeltreffen mit dem FC Bayern München am kommenden Mittwoch schadlos zu nähern, endete vor 30 000 Zuschauer als Lehrstunde in taktischen Fragen. Viele Mannschaften sind in dieser Saison schon an dem unbarmherzigen Gastgeber VfL Wolfsburg verzweifelt, weil dieser unter der Regie von Felix Magath in der Defensive gerne zwei massive Viererreihen aufbietet. Gegen bieder agierende Teams mag das zum Erfolg führen. Aber die Dortmunder, angeführt von den überragenden Shinji Kagawa und Gündogan, schafften es immer wieder, das Defensivbollwerk des VfL auszutricksen. Meistens gelang das mit einem Diagonalpass auf einen Außenspieler, häufig aber auch mit Hilfe eines klugen Doppelpasses. Der Führungstreffer der Dortmunder durch Lewandowski war möglich geworden, weil Kagawa auf der linken Position Marcel Schmelzer bediente hatte, dessen scharfe Hereingabe der Torschütze in Minute 22 nur noch einschieben musste.

Die Dortmunder sind auch deshalb seit nunmehr 23 Spielen unbesiegt, weil sie selbst in Bedrängnis noch spielerische Lösungen finden. Auf der Gegenseite versuchte es der VfL Wolfsburg mit seiner gewohnten Mischung aus Zweikampfhärte und vielen lang geschlagenen Bällen. Die einzige ernstzunehmende Torchance der Niedersachsen vor dem Seitenwechsel vergab Patrick Helmes in der 26. Minute, der im Nachschuss nach einem vergebliche Versuch seines Kollegen Mandzukic zu weit nach links zielte. Der Rest der Wolfsburger Angriffsbemühungen verpuffte in einer geschickt gestaffelten Dortmunder Mannschaft, in der vor allem Sebastian Kehl als Ballverteiler vor der Abwehr und Innenverteidiger Mats Hummels eine bewundernswerte Ruhe ausstrahlten.

Dortmunds Trainer musste seine Profis nur in der Anfangsphase der Partie zu ein wenig mehr Ruhe ermahnen. Dem Führungstreffer folgte auch ohne den verletzten Nationalspieler Mari Götze eine fast schon erdrückende Dominanz der Dortmunder, die Lewandowski mit dem 3:1 kurz vor dem Abpfiff krönte.

Die Spielfreude des Tabellenführers bekam vor allem einer im Team des VfL Wolfsburg zu spüren. Alexander Madlung, dem Magath in der Innenverteidigung an der Seite von Felipe Lopes den Vorzug gab, hat seine Stärken eher in robust geführten Zweikämpfen oder bei luftigen Duellen mit dem Kopf. Was aber Kagawa und Gündogan dank ihrer Schnelligkeit auf den Beinen und im Kopf anstellten, überforderte Madlung in so mancher Situation und bescherte ihm nach zu vielen Fouls in der 84. Minute Gelb-Rot.

Auch Wolfsburgs Josue stieß in der 49. Minute auch an seine Grenzen, als er viel zu zögerlich eingriff und Gündogan einen Moment lang gewähren ließ. Der 21-Jährige setzte daraufhin zu einem Schlenzer in den rechten Torwinkel an und legte mit seinem Tor den Grundstein für das nächste Dortmunder Erfolgserlebnis. Sein Treffer und seine Dribblings waren von begeisternder Eleganz.

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