Zum Auftakt der Play-offs : Alba Berlin verliert 64:83 in Frankfurt

Das Trainingslager in Kienbaum hat nicht geholfen: Mit altbekannten Schwächen verliert Alba zum Play-off-Auftakt in Frankfurt 64:83. Und muss nun in ungewohnter Kulisse ausgleichen.

Der Frankfurter Quantez Robertson (l.) und der Berliner Dragan Milosavljevic rennen dem Ball hinterher.
Der Frankfurter Quantez Robertson (l.) und der Berliner Dragan Milosavljevic rennen dem Ball hinterher.Foto: dpa

Die letzten Szenen des Spiels verfolgte Robert Lowery von der Bank aus, mit einem Handtuch über den Kopf gelegt, als wäre ihm die Leistung von Alba Berlin zum Play-off-Auftakt peinlich gewesen. 64:83 (11:23, 20:17, 16:27, 17:16) gingen die Gäste bei den Skyliners Frankfurt unter. In der Verfassung vom Samstagabend könnte es eine kurze „Best of Five“-Serie werden für die Berliner, die nun am Mittwoch daheim ausgleichen müssen. Dafür spricht aber wenig nach einem einseitigen Spiel, in dem Alba altbekannte Schwächen aus der regulären Saison zeigte und die Skyliners gewohnte Stärken.

„Wir dürfen gerade auswärts nicht solche Läufe von Frankfurt zulassen“, sagte Flügelmann Niels Giffey, „jetzt müssen wir aufpassen, dass wir zu Hause unser Spiel spielen und Druck auf Frankfurt aufbauen.“ Mit 22 Ballverlusten leistete sich Alba zu viele Fehler und schlug sich so selbst. Sinnbildlich, dass die Topscorer Brandon Ashley (15 Punkte), Will Cherry und Lowery (je 13 Zähler) auch für die Hälfte der Turnover verantwortlich waren.

Das Trainingslager bringt keinen Effekt

Dabei hatten die Berliner sich extra in ein Trainingslager nach Kienbaum zurückgezogen, um an Teamgeist und spielerischen Mängeln zu arbeiten. Von dort hatten sie aber keine gelben, nur blaue Trikots mitgebracht, weswegen Frankfurt auf weiß ausweichen musste. Aber auch ohne die gewohnte blaue Kluft zeigten die Gastgeber vor 4860 Zuschauern keine Genügsamkeit nach neun Ligaspiegen in Serie und dem Gewinn des Fiba Europe Cups. 18:8 führten die eingespielteren und selbstbewussteren Hessen bereits im ersten Viertel. „Wir brauchen mehr Spielzüge“, rief Alba-Coach Sasa Obradovic seinen Mannen in einer Auszeit zu, „und wir müssen noch aggressiver spielen“. Doch die angesprochenen Schwächen wurden kaum besser, 15 Zähler lag Alba im zweiten Abschnitt hinten, Will Cherry brachte Alba auf sieben Punkte heran, aber Frankfurt zog im desolaten dritten Viertel auf über 20 Zähler davon, das Spiel war entschieden. Alba konnte die Missmatches in der Verteidigung gegen Frankfurts Beste Jordan Theodore (19 Punkte) und Aaron Dornekamp (21 Zähler, fünf Dreipunktewürfe) nie ausgleichen.

Am Mittwoch muss sich Alba steigern, in ungewohnter Umgebung: in der altehrwürdigen Schmelinghalle, weil die Arena am Ostbahnhof durch die Euroleague belegt ist. „Das wird eine gute Kulisse, ich freue mich allein wegen der Historie darauf“, sagte Giffey. Bliebe es Albas einziges Play-off-Heimspiel, wäre es historisch schlecht. (Tsp)

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