Sport : Zum Einstand rausgeflogen

Trainer Jens Keller verliert mit Schalke beim Debüt im Pokal 1:2 gegen Mainz.

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Ziemlich zerknautscht. Jens Keller hadert mit dem Pokal-Aus des FC Schalke 04. Foto: dpa
Ziemlich zerknautscht. Jens Keller hadert mit dem Pokal-Aus des FC Schalke 04. Foto: dpaFoto: dpa

Horst Heldt sah nach dem Spiel noch geknickter aus als zuvor. Dabei hatte sich der weiter übernächtigt wirkende Schalker Manager einen positiven Effekt versprochen von der Entlassung Huub Stevens’. Am Ende stand aber ein 1:2 (0:1) im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FSV Mainz 05 und die Erkenntnis, dass Stevens’ Nachfolger Jens Keller vorerst keine Wende einleiten konnte. „Man hat gesehen, dass die Jungs wollen, aber die Verunsicherung sitzt zu tief“, sagte der bis Saisonende installierte Interimstrainer gefasst. Nach dem Absturz in der Bundesliga auf Platz sieben ist mit dem Pokal-Aus nun auch der nächste tiefe sportliche Rückschlag eingetreten.

Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel hatte sich dagegen diesen Sieg mit einer spielerisch ansprechenden und kämpferisch engagierten Leistung verdient. „Wir haben eine gute Hinrunde gekrönt, dabei sind wir personell am Anschlag“, sagte Tuchel.

Jens Keller hatte neben vier Wechseln in der Startelf eine grundlegende taktische Veränderung vorgenommen. Der 42-Jährige stellte von einem auf zwei Angreifer um, die in einem 4-4-2-System für mehr Druck auf die gegnerische Abwehr sorgen sollten. Allerdings war seiner Mannschaft anzumerken, dass sie Probleme hatte, sich in der neuen Grundordnung zurechtzufinden. Ciprian Marica und Klaas-Jan Huntelaar in der Sturmspitze hatten Probleme, ihre Laufwege untereinander abzustimmen. Und aus dem Mittelfeld fehlten die nützlichen Anspiele in die Spitze, da der nahezu einzige, wenn auch zuletzt formschwache Kreativspieler Lewis Holtby auf der Ersatzbank Platz nehmen musste. Keller hatte Mut von seinen Profis eingefordert, doch die Ängstlichkeit hatte sich bei den Spielern nach den jüngsten Misserfolgserlebnissen in der Psyche festgesetzt. Langsamer und behäbiger Spielaufbau, die Vermeidung jeglichen Risikos waren und blieben die Kernpunkte des Schalker Spiels.

Die Mainzer hatten es deshalb recht leicht, ihren verunsicherten Gegner mit einer soliden Defensivarbeit zu beherrschen. Und bei ihren gelegentlichen Angriffen strahlten sie deutlich größere Torgefahr als die Schalker aus. Nach elf Minuten schlenzte Marco Caligiuri ein Zuspiel von Adam Szalai elegant ins Toreck. Die Schalker hatten sich dagegen in der ersten Hälfte keine Tormöglichkeit erspielt.

Die 54 202 Zuschauer in der Arena lebten von der Hoffnung, dass die Spieler in der zweiten Hälfte ihre Beklemmungen ablegen könnten. Doch bis auf eine kurze, zehnminütige Drangphase, in der sie ziellos Flanken in den Mainzer Strafraum bugsierten, fand kein Aufbäumen statt. Fehler reihte sich an Fehler, die Spieler verzweifelten an sich selbst. Jermaine Jones hatte Glück, dass er nicht mit Rot nach einem groben Foulspiel an der Mittellinie vom Platz gestellt wurde. Nach einer Rangelei mit dem emotionalen Tuchel wurde aber der Trainer auf die Tribüne geschickt. Doch dann setzte sich Marica energisch gegen drei Gegenspieler durch und passte auf Huntelaar, der nach 75 Minuten nur noch einzuschieben brauchte. Doch die Freude sollte lediglich acht Minuten anhalten, ehe Nicolai Müller nach Traumpass von Jan Kirchhoff das 2:1 erzielte.

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