Zweckgemeinschaft in der Formel 1 : Fernando Alonso zu McLaren-Honda

Jenson Button und Fernando Alonso sind in der Formel 1 laut Ron Dennis "die beste Fahrerpaarung der Welt". Doch insbesondere die Liaison zwischen dem Spanier und McLaren-Honda birgt jede Menge Konfliktpotenzial.

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So sieht man sich wieder. Alonso und Ron Dennis trennten sich 2007 im Streit.
So sieht man sich wieder. Alonso und Ron Dennis trennten sich 2007 im Streit.Foto: dpa

Die offizielle Bestätigung des Wechsels von Fernando Alonso zu McLaren-Honda sparte nicht an großen Worten. Von der „Vorbereitung auf Jahre der Dominanz“ in der Formel 1 ist da die Rede. Der Spanier und Jenson Button, laut McLaren-Chef Ron Dennis „die beste Fahrerpaarung der Welt“, sollen an die glorreichen Zeiten mit McLaren, Honda, Ayrton Senna und Alain Prost Ende der Achtziger anknüpfen.

Dass das allerdings nicht ganz so einfach wird, das verhehlt selbst die vor Superlativen strotzende Mitteilung nicht. Fernando Alonso erklärt darin, er wisse, „dass es einige Zeit benötigen wird, um die Resultate zu erreichen, die wir haben wollen“. Und das wird wohl tatsächlich so sein. Die McLaren-Ingenieure bauten in den letzten Jahren kein wirkliches Top-Auto. Und der neue Motorenpartner Honda hat offensichtlich aus den Anlaufschwierigkeiten der anderen Motorenhersteller mit dem neuen Antriebskonzept der Formel 1 noch nicht viel gelernt. Beim ersten Testversuch mit dem neuen Auto vor zwei Wochen in Abu Dhabi schaffte man an zwei Testtagen nicht eine einzige gezeitete Runde.

Das Konfliktpotenzial der Ehe zwischen Fernando Alonso, McLaren und Honda ist nicht nur deswegen von Anfang an gewaltig. Zwar erzählen Fernando Alonso und McLaren-Chef Dennis in schöner Eintracht, dass heute alles anders sei als 2007. Damals trennte man sich öffentlich im Streit, nachdem Fernando Alonso das eigene Team in der Spionage-Affäre angezeigt hatte. Dass es mit der Sehnsucht nach McLaren nicht soweit her ist, zeigt denn auch der Umstand, dass der Spanier seinen Vertrag direkt mit Honda abgeschlossen hat. Erstens war es der japanische Konzern, der Alonso unbedingt wollte, um zum Comeback in der Formel 1 einen Star vorweisen zu können. Zweitens versucht der zweimalige Weltmeister damit natürlich, sich politisch sofort sehr viel Einfluss im Team zu verschaffen. Auch bei Ferrari tanzte lange Zeit alles nach seiner Pfeife. Dennoch gewannen die Italiener in fünf Jahren keinen Titel mit ihm – und setzen künftig auf Sebastian Vettel.

Formel 1: Fernando Alonso und McLaren-Honda - eine Zweckgemeinschaft mangels besserer Alternativen

Eine Liebesheirat ist die Verbindung McLaren und Fernando Alonso also sicher nicht – eher eine Zweckgemeinschaft mangels besserer Alternativen. Leidtragender dieses Bündnisses könnte ausgerechnet Ron Dennis werden. Einige der arabischen Teilhaber des Teams würden den Teamchef wohl gerne loswerden und haben ihm dem Vernehmen nach eine Frist bis Januar gesetzt, Geld aufzutreiben und dann auch wieder mehr Anteile des Teams zurück zu kaufen, wenn er bleiben wolle.

Dass der zweite Mann neben Fernando Alonso nun doch Jenson Button und nicht Kevin Magnussen heißt, ist im übrigen auch ein Anzeichen dafür, dass die Macht von Dennis bröckelt. Er hatte immer klar gemacht, dass sein Favorit der Däne war, aber Alonso wünschte sich eher den umgänglichen und erfahrenen Briten als Teamkollegen. Auch der Druck der englischen Öffentlichkeit half wohl Button, der als ehemaliger Honda-Pilot zudem gute Beziehungen nach Japan hat. Die Frage ist nun: Kann das Patchworkkonstrukt McLaren-Honda angesichts dieser atmosphärischen Bremsklötze wirklich wieder die Formel 1 dominieren?

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