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Zweite Liga : 1. FC Union verliert 1:2 beim MSV Duisburg

Beim Tabellenletzten unterliegt der 1. FC Union nach 1:0-Führung noch 1:2. Die Duisburger schafften so immerhin ihren dritten Saisonsieg.

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Bauchlandung. Damir Kreilach (vorne/im Duell mit Rolf Feltscher) und der 1. FC Union enttäuschen in Duisburg.
Bauchlandung. Damir Kreilach (vorne/im Duell mit Rolf Feltscher) und der 1. FC Union enttäuschen in Duisburg.Foto: dpa

Emanuel Pogatetz näherte sich traurig dem Gästeblock. Der Verteidiger des Zweitligisten 1. FC Union sah nach der 1:2 (0:0)-Niederlage beim Tabellenletzten MSV Duisburg zerzaust und verbeult aus. Auf seiner rechten Wange prangte ein Pflaster, das das aus einem Cut geflossene Blut notdürftig bedeckte. Sinnbildlich verkörperte Pogatetz das nicht so vorteilhafte Auswärtsgesicht der Köpenicker.
Zum dritten Mal in Folge gab es in der Fremde eine Niederlage. Erneut konnte das Selbstvertrauen eines Heimsieges nicht in einen Punktgewinn umgewandelt werden. „Es ist brutal gegen uns gelaufen, es war nicht das erste Mal so auswärts“, ärgerte sich Kapitän Benjamin Kessel. „Die einzige Frage, die wir uns stellen müssen, ist die, warum wir in der zweiten Hälfte nicht so wie in der ersten agiert haben.“ Es sei „ein sehr bitterer Tag“ gewesen: „Das 1:0 müssen wir besser über die Bühne bringen.“ Aber die Aggressivität hat bei jedem gestimmt. Trotzdem hat es nicht gereicht.“
Vor 12.702 Zuschauern hatte Trainer André Hofschneider eine 4-3-3-Formation aufgeboten. Die nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Fabian Schönheim vakante linke Abwehrseite nahm der etatmäßige Rechtsverteidiger Christopher Trimmel ein. Zudem rutschte Dennis Daube für den wie Schönheim von Oberschenkelproblemen geplagten Felix Kroos in die Startelf. Allerdings nicht auf der Sechserposition, sondern im linken Mittelfeld.

Wood vergibt eine große Chance zum 2:1

Union hätte die Unsicherheit des zuvor neun Begegnungen lang sieglosen Schlusslichts vor allem im ersten Abschnitt nutzen müssen. Das Heimpublikum fing bereits in der neunten Minute an zu pfeifen, als dem Duisburger Torwart Michael Ratajczak in ein, zwei Szenen bei Zuspielen Fehler unterlaufen waren. Die Köpenicker konnten aber aus ihren Möglichkeiten durch Damir Kreilach (3., 10., 25., 42.) und Trimmel, der in der 19. Minute die Lattenoberkante traf, nichts herausschlagen. Die Duisburger kamen zudem etwas auf und waren mit einem Kopfball von Branimir Bajic (14.) und einem Flankenschuss von Giorgi Chanturia kurz vor der Pause durchaus gefährlich.
Mit der 1:0-Führung durch das 13. Saisontor von Bobby Wood, der einen von Christopher Quiring herausgeholten Strafstoß in der 61. Minute sicher verwandelte, hatte Union eigentlich alle Trümpfe in der Hand. Der Jubel direkt vor den rund 800 mitgereisten Berliner Fans fiel sehr enthusiastisch aus. Die Spieler hüpften wie wild umher.
Doch Duisburg schlug unerwartet und schnell mit wunderschönen Treffern zurück, auch weil die Union-Abwehr dabei nicht gut aussah. Erst brachte Stanislav Iljutcenko aus Nahdistanz einen Fallrückzieher zum 1:1 (65.) unter. Dann lupfte der eingewechselte Nico Klotz den Ball gekonnt ins rechte obere Eck zum 2:1-Siegtreffer (70.). „Nach dem 1:0 haben wir das Fußballspielen komplett eingestellt. Das ist unverständlich. Danach ist uns nicht mehr viel eingefallen“, ärgerte sich der frühere Duisburger und heutige Union-Angreifer Sören Brandy.
Wenn der diesmal vom Gegner relativ gut attackierte Wood zwischen den beiden MSV-Toren seine Riesenchance zum 2:1 für Union genutzt hätte, wäre die Partie sicher anders ausgegangen. „Dann wäre der Elan des MSV zum Erliegen gekommen“, sagte Hofschneider. Doch am Ende feierte nur Duisburg.