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Zweite Liga verrückt : 1. FC Union verliert 3:4 beim SV Sandhausen

Hin und her und her und hin. Der 1. FC Union Berlin dreht erst das Spiel beim SV Sandhausen, steht am Ende dann aber doch mit leeren Händen da.

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Unions Maximilian Thiel kommt vor Jakub Kosecki zum Schuss.
Unions Maximilian Thiel kommt vor Jakub Kosecki zum Schuss.Foto: dpa

Daniel Haas schrie sich nach dem Abpfiff den Frust aus dem Leib. Der Torhüter des 1. FC Union konnte es wie die fassungslosen Mitspieler nicht verstehen, dass die Berliner beim SV Sandhausen nichts Zählbares mitnehmen konnten. Statt eines möglichen dreifachen Punktgewinnes prangte am Ende auf der Anzeigetage ein niederschmetterndes Endergebnis von 3:4 (1:1).

Damit konnten Union auch bei seinem sechsten Punktspiel-Auftritt in Sandhausen seit der Saison 2008/09 nicht gewinnen. Doch so verrückt wie diesmal mit ständig wechselnden Führungen ging es bei diesem Duell noch nie zu.

Beim Verlierer hielt sich die Laune nach dem verpatzten Saisonstart freilich in Grenzen. „Wir hatten in den ersten 30, 35 Minuten kaum Zugriff auf das Spiel. Zu Beginn der zweiten Hälfte haben wir dann das Kommando übernommen. Wir gehen dann zwei Mal in Führung. Es muss dann unser Anspruch sein, das Spiel über die Bühne zu kriegen“, sagte Trainer Norbert Düwel. „Der Sieg von Sandhausen geht aber in Ordnung, weil sie ein Tor mehr gemacht haben.“

Der Ausgleichstreffer kurz vor Pause fiel überraschend

Schon in Hälfte eins sahen die Sandhäuser lange besser aus. Der vermeintliche Underdog, der sich durch den 3:1-Erfolg bei Eintracht Braunschweig am ersten Spieltag viel Selbstvertrauen geholt hatte, ging verdient mit 1:0 in Führung. Andrew Wooten hatte nach 21 Minuten eine Eingabe von der rechten Seite kompromisslos aus Nahdistanz verwertet. Union-Verteidiger Christopher Trimmel kam dabei zu spät und Schlussmann Torwart Daniel Haas konnte nichts ausrichten. Ihn traf keine Schuld.

Der Ausgleichstreffer kurz vor Pause fiel überraschend. Angreifer Sören Brandy, neben Kapitän Damir Kreilach und Haas stärkster Gästespieler vor 4753 Zuschauern im Hardtwaldstadion, traf nach einer Kombination über Raffael Korte und Maximilian Thiel zum 1:1.
Im zweiten Abschnitt wurde es richtig turbulent. Union lag durch Tore von Kreilach zwischenzeitlich mit 2:1 und 3:2 in Front. Doch Sandhausen kam immer wieder zurück. Wooten gelang das 2:2 und Aziz Bouhaddouz per Strafstoß der Ausgleich zum 3:3. Unions Abwehrchef Benjamin Kessel war zuvor zu ungestüm gegen den eingewechselten Angreifer Ranisav Jovanovic eingestiegen.

Doch damit nicht genug. Sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit köpfte Florian Hübner nach einem Eckball sogar noch das 4:3 und damit den Sandhäuser Sieg heraus.

Vielleicht versuchte Union zu früh, die Defensive zu stärken

An Unions Anfälligkeit in der Defensive hat sich nach wie vor also scheinbar nichts verändert. Dass Kreilach mit einem weiteren Fernschuss an die Querlatte fast noch das 4:4 gelungen wäre, kann da nur ein schwacher Trost sein. „Es war ein verrücktes Spiel, dass wir sehr gern gewonnen hätten“, meinte der verhinderte Matchwinner Kreilach. „Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht und waren in der Schlussphase nicht konzentriert genug.“

Die Änderungen in der Startelf zahlten sich nur bedingt aus. Verteidiger Toni Leistner musste zunächst genauso auf die Bank wie Offensivmann Steven Skrzybski. Für sie rückten die Mittelfeldspieler Raffael Korte und Dennis Daube ins Team. Hinten blieb es zunächst bei einer Dreier-Abwehr-Kette, nur das Christopher Trimmel hinten rechts startete. Beim Spielstand von 2:1 für Union wechselte Düwel Leistner für Daube ein, um aus der Dreier- eine Viererkette zu machen. Vielleicht versuchte Union zu früh, die Defensive zu stärken.

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