Regierungsstil : Mit uns gähnt die neue Zeit

Der Parteienforscher Karl-Rudolf Korte über die Gefahren des geschäftsmäßig-nüchternen Regierens. Denn die Qualität der Demokratie verändert sich substanziell.

Karl-Rudolf Korte

Wir haben uns an den Stil des geschäftsmäßig-nüchternen Regierens gewöhnt. Wir erwarten als Wähler keine Power-Entscheider, die kraftstrotzend und darstellungsreich wegentscheiden. Wir favorisieren Politiker, die den Bescheidenheits-Imperativ vorleben. Sie dienen uns problemlösend – ohne sich selbst zu inszenieren. Sie sind kalkuliert unauffällig. Es sind eher Amtsinhaber als Staatsmänner. In Zeiten der täglich medial vermittelten Krisendynamik goutieren die Deutschen mehrheitlich diesen Politikstil, der auf Problemlotsen abzielt. Es sind im besten Fall Orientierungs-Autoritäten, die als Soliditäts-Garanten für uns als Bürger innen- und außenpolitisch Probleme abräumen. Diese Erwartung geht so weit, dass Mehrheiten heute nicht derjenige erhält, der am meisten verspricht, sondern wer den Erhalt des Status quo garantiert...

Der vollständige Text erschien in der "Agenda" vom 24. Februar 2015 - einer neuen Publikation des Tagesspiegels, die jeden Dienstag erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie im E-Paper des Tagesspiegels lesen.

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